Nachruf an die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz 2020 - QR Code Friendly
Die blutigen Lektionen des 20. Jahrhunderts sind vergessen. Über dem Ordnungsrahmen, den Präsident Franklin D. Roosevelt den leidgeprüften Nationen der Welt im Jahre 1945 mit der Charta der Vereinten Nationen verordnet hat, wächst Gras. Jeder fängt wieder an, unter großzügigem Einsatz seiner Ellenbogen und unter Befolgung des schlechten Beispiels, das von Washington ausgeht, „sein eigenes Ding“ zu machen. Die Aktionäre der Rüstungsindustrie jubeln und alle anderen, die mitverdienen.

So, meine Damen und Herren, die Sie die Verantwortung für die Sicherheit der Welt tragen, wird der Weg der Menschheit geradeaus in den globalen Selbstmord führen. Es ist nur eine Frage der Zeit! Wir werden nur überleben, wenn wir dem Nationalismus überzeugend und einmütig „Adieu“ sagen und uns einen gemeinsamen Rechtsrahmen geben, dem wir uns alle unterordnen.

Setzen wir uns zusammen und entwerfen wir ein taugliches völkerrechtliches Nachfolgeinstrument für die veraltete Charta der Vereinten Nationen, eine den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts entsprechende „Verfassung der Menschheit“, die wir gemeinsam schützen und durchsetzen. Dann werden wir sicher sein. Und schicken wir alle die Weltverderber „zum Teufel“, denen nichts besseres einfällt als, von chronischer Streitsucht geplagt, mit hasserfüllten Gehirnen in die Mikrofone brüllen „Mein Land zuerst!“ Wenn das alle täten, gäbe es einen lauten Knall und eine große Staubwolke und die Menschheit wäre erloschen. Nicht engstirniger Nationalismus, sondern globale Solidarität ist das Gebot des Zeitalters, das unser aller Überleben sichert! Wir brauchen keine Mauern, sondern Brücken!Otfried Schrot


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