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Ministerpräsident Weil hat in seiner Gedenkrede vor nur wenigen Teilnehmern an einer Gedenkfeier in Bergen – Belsen bedauert, dass die vorgesehene große Gedenkveranstaltung infolge der Corona – Pandemie nicht stattfinden konnte. Wichtiger aber sei, dass die Täter und die Opfer nicht vergessen werden und alles dafür zu tun, dass solche Verbrechen sich nicht wiederholen könnten.

Damit sieht es allerdings traurig aus. Den Uiguren in Xinjiang wird in Umerziehungslagern ihr Nationalgefühl abgewöhnt, die Rohingya in Burma werden von einer autoritären Regierung hin und her geschubst und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht tatenlos daneben. Die Kurden, denen schon nach dem Ersten Weltkrieg ein eigener Staat versprochen wurde, werden abwechselnd von Herrn Assad und Herrn Erdogan niedergeknüppelt. Niemandem fällt das auf, auch nicht dem deutschen Außenminister. Die deutsche Außenpolitik ist vor allem eine willfährige und hörige Handlangerin amerikanischer weltpolitischer Interessen und Ziele – bis zum heutigen Tag!

Die Charta der Vereinten Nationen, der Grundriss einer besseren Welt, der von Franklin D. Roosevelt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschaffen wurde, um sicherzustellen, dass die Gräuel der Nazi – Diktatur sich nirgendwo und niemals wiederholen, wird vor allem von denen mit Füßen getreten, die mit gutem Beispiel vorangehen sollten, den ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates, den USA, Russland und China. China hat 1959 mit fadenscheinigen Vorwänden Tibet überfallen und sich einverleibt, Russland hat 1979 Afghanistan überfallen und die USA wiederholt den Nahen Osten. Edle Entschuldigungen für brutale Verbrechen lassen sich immer finden. Es kann nichts Gutes dabei herauskommen, wenn man Füchse zu Beschützern von Hühnerställen macht.

Lieber Herr Weil, solange die internationale Gemeinschaft sich keine juristischen Mechanismen schafft, die Brüche internationalen Rechtes wirkungsvoll bestrafen, auch Rechtsbrücke der Großen und Mächtigen, so lange können Sie sicher gehen, dass auch dem „Nie wieder“ ein „Immer wieder“ wird! Otfried Schrot


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