Drohnen für die Bundeswehr - wie wir vom rechten Wege abgekommen sind - QR Code Friendly

Als Deutschland der UNO beitrat, unterzeichneten wir die Charta der Vereinten Nationen mit dem in der Präambel niedergelegten Gelöbnis: „Wir sind fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren!“ Das war nach den bitteren Lektionen zweier Weltkriege nur folgerichtig.

Stalin machte mit seinem unverhohlenen Streben nach der Weltrevolution die Hoffnung auf den Weltfrieden zunichte. So gründete der Westen unter der Führung der USA die NATO, um Stalin den Appetit auf die Ausdehnung seines Herrschaftsbereiches nach Westen zu nehmen. Gegen den Willen des kriegsmüden Deutschlands wurde die Bundeswehr geschaffen, um bei der Verteidigung des Westens zu helfen. Damit begann die Wiederbewaffnung, die von vielen Deutschen mit Stirnrunzeln gesehen wurde.

Als der Warschauer Pakt zusammenbrach, ergab sich eine welthistorisch einmalige Chance, nach einer Auflösung der NATO gemeinsam mit dem Osten zu dem Gelöbnis von 1945 zurückzukehren, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Chance wurde vertan. Statt die NATO aufzulösen, wurde sie nach Osten erweitert. Inzwischen war im Osten wie im Westen eine umfangreiche Rüstungsindustrie entstanden, die nach Aufträgen verlangte und es sich zur Gewohnheit machte, dieses Verlangen mit opulenten „Parteispenden“ an das politische Establishment zu unterstützen. So hat die internationale Rüstungsspirale auch nach dem Ende des kalten Krieges nicht aufgehört, sich zu drehen. Es werden jetzt schon Waffen produziert für die Kriege, der erst in dreißig oder vierzig Jahren geführt werden sollen. Eine der perversesten Waffen, die sich menschliche Gehirne haben einfallen lassen, ist die bewaffnete Drohne. Sie soll nun auch von der Bundeswehr eingesetzt werden – zum Schutze deutscher Soldaten bei ihren Auslandseinsätzen.

Stellungnahme des Leserbriefschreibers: Die Drohne ist eine Angriffs – und Vernichtungswaffe „durch und durch“, geeignet, bei der Bevölkerung des Kriegsgebietes Hass gegen die Angreifer zu erzeugen, denn eine Drohne trifft gelegentlich auch mal „daneben“ und erzeugt zivile Opfer.

Anschließend machen sich Rächer auf den Weg, um in Deutschland Terrorakte auszuführen – auch „Vergeltung“ genannt. Dann stehen wir wieder an den Gräbern und Gedenkstätten von Terroropfern und wehklagen.

Der beste Schutz deutscher Soldaten ist der Verzicht auf deren Auslandseinsätze. Weshalb mischen wir uns überall ein? Wer will das? Was hat das noch mit dem Gelübde in der Charta der Vereinten Nationen zu tun, dass Deutschland beim Beitritt zur UNO abgelegt hat: „Wir sind fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren!?“Gehören dazu nicht auch die nachwachsenden Generationen in den Kriegsgebieten? Dienen wir mit dieser Sicherheitspolitik nicht vielmehr der Rüstungsindustrie als friedliebenden deutschen Steuerzahlern?

Eindringliche Empfehlung an Regierung und Parlament: verzichten Sie auf die Beschaffung der Kriegsdrohnen! Sie finden leicht für die dafür vorgesehenen 25 Millionen EURO einen besseren Verwendungszweck! Otfried Schrot


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