Die  Kampfdrohnen und das Christentum - QR Code Friendly

Die Bundesministerin der Verteidigung hat die Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr beschlossen.

Stellungnahme des Leserbriefschreibers:

1.) In Anbetracht der bereits jetzt über den halben Erdball verstreuten Einsatzorte der Bundeswehr stellt sich die Frage immer lauter, wo die Bundeswehr noch alles Krieg führen will / soll.

2.) Die Übernahme von mehr Verantwortung in der Welt bedeutet eine größere Belastung für die deutschen Steuerzahler, allerdings auch mehr Aufträge für die deutsche Rüstungsindustrie - die dem "politischen Establishment" als Gegenleistung sogenannte "Parteispenden" überweist.

3.) Die Kampfwertsteigerung der Bundeswehr durch bewaffnete Drohnen führt natürlich zu einer Steigerung der Verteidigungsanstrengungen der Angegriffenen, die auf die Idee kommen könnten, sich ebenfalls Kampfdrohnen anzuschaffen, mit deren Einsatz sie sich auf deutschem Staatsgebiet für den deutschen Drohnenkrieg in ihrer Heimat revanchieren könnten. Dann werden wir es mit einer zusätzlichen Terrorbedrohung zu tun. haben.

4.)Die Drohne ist eine Waffe der „risikofreien Willkür“. Sie kann jederzeit an und gegen jeden Ort der Welt eingesetzt werden, unabhängig von Kriegserklärungen und Friedensschlüssen. Das Opfer hat keine Chance, sich vor einem Gericht zu verteidigen. Es wird „abgeknipst“ , wie man eine Zigarette im Aschenbecher ausdrückt. Damit gehört die Kampfdrohne zu den perversesten Erfindungen des menschlichen Geistes.                                                                                                    Will eine christliche deutsche Regierung eine solche Waffe anschaffen?                                                                                      Haben wir nicht mit dem Rückblick auf unsere politischen Fehlleistungen im 20. Jahrhundert einiges an dieser Welt wieder gut zu machen? Müssen wir den Amerikanern jede „Schweinerei“ nachmachen?

Die deutschen Bundesregierungen haben sich seit dem Beitritt Deutschlands zur UNO sehr weit von dem Ziele entfernt, welches sie mit der Annahme der Charta der Vereinten Nationen anzustreben beschlossen haben. Es steht in der Präambel:

Wir, die Völker der Vereinten Nationen, fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren, wollen zu diesem Zweck zusammenarbeiten!“

Mit der Beschaffung von Kampfdrohnen entfernt sich Deutschland immer weiter von dem Ziel, zu dessen Erreichung es sich verpflichtet hat, und trägt so zusammen mit dem größten Kriegsführer, Waffenexporteur und Störenfried auf diesem Planeten, den USA, zur Verschlimmerung der Lage der Menschheit bei.                                                                    Möge es der deutschen Verteidigungsministerin erspart bleiben, eines Tages beim Frühstück von einer feindlichen Drohne Besuch zu erhalten - als Vergeltung für deutsche Drohnenkriegführung in einem anderen Teil der Welt!

Otfried Schrot


Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 
(Durchschnittliche Bewertung 4 bei 1 Bewertung(en))