Joe Biden und Xi Jinping - ein dilettantisches Telefonat zweier Atombombenbesitzer - QR Code Friendly

In dem ersten Telefonat des neuen US-Präsidenten Joe Biden mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sind die Gegensätze zwischen den beiden Mächten offen aufeinander geprallt. Nach Angaben des Weißen Hauses unterstrich Biden in dem Gespräch seine «grundlegenden Sorgen über Pekings zwangsweise und unfaire wirtschaftliche Praktiken, die Repression in Hongkong, Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang und zunehmend herausfordernde Aktionen in der Region, einschließlich gegenüber Taiwan».

Chinas Präsident hielt dagegen. Er warnte vor einer «Konfrontation», «die definitiv katastrophal für beide Länder und die Welt ist», wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Auch konterte Xi Jinping, Hongkong, Taiwan und Xinjiang seien «innere Angelegenheiten Chinas». Es gehe um seine Souveränität und territoriale Integrität. «Die USA sollten Chinas Kerninteressen respektieren und vorsichtig handeln.»

Kommentar: Es wäre besser, wenn die Chefs zweier Atommächte (USA: 5800 Atomsprengköpfe, China 320 Atomsprengköpfe) beim ersten Telefonkontakt nur über das Wetter reden würden und die „schweren Brocken“ für das erste persönliche Vier – Augen – Gespräch aufheben würden. Da hat Joe Biden es an Besonnenheit fehlen lassen.

Wenn die beiden Atommächte knallhart und kompromisslos auf ihren beiden Seiten genauestens bekannten politischen Standpunkten beharren und versuchen würden, sie durchzusetzen, wäre ein Atomkrieg unvermeidbar – der auch den Rest der Menschheit und den gesamten irdischen Lebensraum in Mitleidenschaft ziehen würde – einschließlich der USA und China. Es wäre sehr viel gescheiter, wenn sich die beiden Mitunterzeichner der Charta der Vereinten Nationen von 1945 an den Beschluss in der Präambel halten würden, der da lautet: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen, fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren – auch die künftigen Generationen der Amerikaner und die künftigen Generationen der Chinesen – wollen zu diesem Zweck friedlich zusammenarbeiten!“

Die USA und China könnten eine an dem Konflikt völlig unbeteiligte Nation – zum Beispiel Argentinien – bitten, eine Kompromisslösung auszuarbeiten, bei deren Annahme keine der beiden Parteien „das Gesicht verlieren würde“, anstatt wie zwei Hirsche in der Brunft mit Atombomben statt Geweihen aufeinander „einzudreschen!“

Außenminister Maas, überbringen Sie den Vorschlag bitte den Chinesen und den Amerikanern!

Otfried Schrot

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