Das Außenministertreffen der USA und Chinas in Alaska - QR Code Friendly

Der neue amerikanische Außenminister Antony Blinken und sein chinesischer Kollege Yang Jiechi haben sich in Anchorage / Alaska getroffen, um die Grundlage für eine Erneuerung der Beziehungen zwischen Washington und Beijing zu legen. Das Treffen fand auf Grund der Forderung der USA auf amerikanischem Boden statt. Die Chinesen haben darauf offensichtlich unter Berücksichtigung des Sprichworts „Der Klügere gibt nach“ nicht mit der Forderung nach der Auswahl eines Konferenzortes auf neutralem Boden reagiert.

Blinken hat mit seiner höchst undiplomatischen Eröffnungsrede das für einen Neuanfang erforderliche Betriebsklima zunichte gemacht. Seine an die Chinesen gerichtete Rede glich einer Kampfansage: “Das Verhältnis der Vereinigten Staaten mit China wird konkurrierend sein, wenn nötig, zusammenarbeitend, wenn möglich, und feindselig, wenn es sein muss!“

So redet der Außenminister einer Atommacht zum Außenminister einer anderen Atommacht! Eine Eskalation der Spannungen zwischen den beiden Atommächten, die sich ganz offensichtlich einer gemeinsamen Gesamtverantwortung für den Planeten nicht bewusst sind, ist das letzte, was die Welt gebrauchen kann! Blinken ist mit seiner Rolle als Außenminister der USA hoffnungslos überfordert – und sein Präsident Joe Biden mit der Notwendigkeit, im Interesse der Sicherheit der Welt mit seinen „Kollegen auf gleicher Augenhöhe“ in Moskau und Beijing diplomatisch geschickt umzugehen. Erst beschimpft der Mann Putin als „Killer“, dann lässt er zu, dass sein höchst ungeschickt operierender Außenminister das Treffen mit den Chinesen „an die Wand fährt“. Jetzt hat er „zwei Große“ gegen sich. Biden wird nicht umhin können, sich bei den früher oder später unvermeidlich stattfindenden Erstbegegnungen mit Putin und Tsi Jinping bei beiden zu entschuldigen.

Der amerikanische Außenminister wird in der nächsten Woche nach Brüssel reisen, um am Dienstag und Mittwoch die NATO – Außenminister zu treffen – wo er zweifellos bestrebt sein wird, die chinesische Politik in einem ungünstigen Licht darzustellen und die Europäer gegen die Chinesen aufzuhetzen. Hoffentlich brandet ihm dort ein Chor der europäischen Außenminister entgegen mit dem Wortlaut:

Wir Europäer haben den USA einmal geholfen, in Afghanistan eine Suppe auszulöffeln, die unfähige amerikanische Politiker sich und uns mit den Kriegen im Nahen Osten eingebrockt haben. Jetzt brechen Sie sich und uns bitte nicht noch einen Krieg mit China vom Zaun, während wir in Afghanistan noch nicht einmal fertig sind, und fordern NATO –  Truppen für einen Krieg gegen China an! Wir Europäer könnten dann nämlich auf die Idee kommen, dass die Mitgliedschaft in der NATO für uns ein Verlustgeschäft ist!“

Otfried Schrot

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