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Chinesische und amerikanische Seestreitkräfte belauern einander seit geraumer Zeit im südchinesischen Meer. Kernpunkte sind das Beharren Taiwans auf seiner Unabhängigkeit von der Volksrepublik China, das Beharren Chinas auf der Unterwerfung Taiwans und die grenzenlosen Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer, die bis an die Küsten der südlichen Anrainerstaaten reichen. Es ist eine reine Frage der Zeit, bis es zwischen den beiden Atommächten zum „großen Knall“ kommt und selbstredend die NATO – Staaten mit hineingezogen werden.

Verantwortungsbewusstes politisches Handeln muss dem zuvorkommen.

Die Zeit ist reif dafür, dass der NATO – Generalsekretär Stoltenberg im Auftrage der europäischen NATO – Staaten den Generalsekretär der Vereinten Nation eindringlich auffordert, die beiden Streithähne daran zu erinnern, dass sie mit der Charta der Vereinten Nationen auch die in der Präambel enthaltene Verpflichtung unterzeichnet haben, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren, diese Verpflichtung bitte einzuhalten, zweitens ihren Streit dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg zur Schlichtung vorzulegen und dessen Schiedsspruch zu akzeptieren. Ein Krieg in Ostasien zwischen den USA und China würde unberechenbare Kosten verursachen, eine unabsehbare Anzahl von Toten und unabsehbare Schäden zur Folge haben, welche die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehen dürften.

Die europäischen NATO – Staaten sollten Präsident Biden unmissverständlich erklären, dass eine Beteiligung Europas an einem amerikanisch – chinesischen Krieg in Ostasien nicht in Frage kommt – schon deshalb nicht, weil der Krieg in Afghanistan immer noch nicht zu einem Ende gekommen ist – und immer noch Geld kostet.

Präsident Biden hat den Kongress der USA um eine gewaltige Summe Geldes für die Wiederherstellung der heruntergekommenen öffentlichen Infrastruktur der USA gebeten.

Wenn er es auf einen Krieg mit China ankommen lassen sollte, der eventuell auch zwanzig Jahre dauern könnte, dürfte er gezwungen sein, das für die Reparatur der Infrastruktur der USA vorgesehene Geld restlos für den Krieg gegen China auszugeben und damit die USA in ein großes, von grenzenlosem Elend erfülltes Armenhaus zu verwandeln. Es scheint, dass Biden sich dieser Möglichkeit nicht bewusst ist, wenn man ansehen muss, wie gelassen er der militärischen Eskalation in den ostasiatischen Gewässern zusieht.

Otfried Schrot

Autor des Buches „Zwanzig Appelle eines Zornigen an die Welt oder der Ersatz für den Krieg“, ISBN 978 – 3 – 99038 – 326 – 1 , 2014 novum publishing gmbh


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