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Es ist schon erstaunlich: der detailverliebte Martin Winterkorn erklärt vor dem Abgas  - Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages, er habe von nichts gewusst, weil ihm niemand etwas gesagt habe. Hat er während seiner ganzen Karriere nur hinter seinem Schreibtisch gesessen und abgewartet, bis jemand sein Büro betreten und ihm etwas erzählt hat? Ist er mit diesem passiven Führungsstil bis an die Spitze des Unternehmens Volkswagen aufgestiegen? Sollte er wirklich nicht wissen, dass jeder Führer in Wirtschaft, Politik und Militär nicht nur das Erteilen von Anweisungen, sondern auch das Hinterfragen, das Nachfassen und das Nachhaken beherrschen muss, um zu Entscheidungsgrundlagen zu gelangen? Sollte sich der ganze Abgasskandal in einem schleichenden Prozess hinter dem Rücken des Ahnungslosen entwickelt haben, der doch für seine Freude am Detail bekannt war und ist, weil er ausnahmsweise einmal teilnahmslos und desinteressiert, dumpf vor sich hinbrütend, an seinem Schreibtisch gesessen hat und es niemand gewagt hat, ihn durch die Präsentation unangenehmer Fakten aufzuschrecken? Wie viel Verantwortung hat er überhaupt nach unten delegiert, die er sich selber hätte vorbehalten sollen? Er kann doch wohl nicht die Verantwortung für die Pflege des Ansehens der Marke VW in untergeordnete Hände übertragen haben mit dem Kommentar: „Machen Sie mal…“ Wie es scheint, ist aus dem Ruhestand des Martin Winterkorn ein länger anhaltender Unruhestand geworden, der allerdings mit einem Ruhegehalt von 3100 EURO täglich versüßt wird. Dabei hat der Mann auch nur einen Magen, den er täglich zufrieden stellen muss und einen Kopf, für den er zu nächtlicher Stunde ein Kopfkissen braucht. Otfried Schrot

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Otfried Schrot

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