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Im nordatlantischen Bündnis herrscht kein wechselseitiges Vertrauen mehr – Voraussetzung für ein Streben nach gemeinsamer Sicherheit. Der amerikanische Präsident kann nicht an einem Tage erklären, die NATO sei obsolet, und wenige Tage später versichert er dem NATO – Generalsekretär in einem Telefongespräch, er stehe voll zur NATO. Deutschland sollte für die wackelnden Wertvorstellungen des Donald Trump keinen einzigen deutschen Soldaten auf ein Schlachtfeld schicken, um dort unter Einsatz seines Lebens amerikanische Interessen zu vertreten. Es wird höchste Zeit, dass sich die deutsche Nation an das Vermächtnis der Männer des 20. Juli 1944 erinnert, nämlich, im Zweifelsfalle dem eigenen Gewissen den Vorrang einzuräumen vor den unsittlichen Forderungen eines Tyrannen. Ich zweifele nicht daran, dass sich die ganze deutsche Nation dieser Auffassung anschließen wird. Ich appelliere daher an die Bundeskanzlerin und den Deutschen Bundestag – möge dieser Leserbrief wie auch immer nach Berlin gelangen – die Mitgliedschaft Deutschlands im nordatlantischen Bündnis so lange einzufrieren, bis wieder eine vertrauenswürdige Person im Weißen Haus eingezogen ist. Im Übrigen, Herr Präsident der Vereinigten Staaten: Deutschland ist kein Köter, der bereit ist, täglich vom „Herrchen“ im Weißen Haus Prügel zu beziehen! Sie vergreifen sich im Ton gegenüber einem Verbündeten! ---------  Sollten Sie, liebe Frau von der Leyen, mir nicht folgen und auf Ihrer Auffassung beharren, dass die Bundeswehr wieder mehr Verantwortung in der Welt übernehmen will oder soll und dementsprechend bereitwillig einer eventuellen künftigen  Forderung Donald Trumps  entsprechen,  die Bundeswehr zum Einsatz auf den Schlachtfeldern des Irak gegen den „Islamischen Staat“ zu entsenden, so legen Sie doch bitte zuvor eine Gedenkminute ein, um folgendes zu bedenken: die Urheber des nahöstlichen  Elends im Irak , des völkerrechtswidrigen Dritten Golfkrieges vom 20. März 2003 bis 1. Mai 2003, – in welchem die Terrororganisation „Islamischer Staat“ entstanden ist – nämlich  die ehemaligen Regierungschefs George W. Bush und Tony Blair – laufen   immer noch frei herum, statt die Zivilcourage aufzubringen, sich beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Anklage, Verurteilung und Bestrafung zu melden. Liebe Frau von der Leyen, sorgen Sie doch bitte zuerst dafür, dass diese beiden Gestalten mit Hilfe der Bundeskanzlerin, der britischen Premierministerin und des amerikanischen Präsidenten „hinter Schloss und Riegel“ gebracht werden! Erst danach sollten Sie über den Einsatz deutscher Soldaten im Irak nachdenken! Der Leserbriefschreiber wünscht sich übrigens einen deutschen Regierungschef, der mit dem amerikanischen Präsidenten einmal so energisch „Schlitten fährt“, dass die Fahrt für letzteren zu einem  unvergesslichen Erlebnis werden wird.Otfried Schrot

 

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Otfried Schrot

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