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Microsoft News/Tagesspiegel am 1. Januar 2021: In SPD – Kreisen wird Kritik daran geübt, dass der Kanzlerkandidat Olaf Scholz sich im Streit um die Beschaffung von Kampfdrohnen der Parteilinie unterwirft, nachdem Parteichef Norbert – Walter Borjahns und Fraktionschef Rolf Mützenich den Aufschub der Entscheidung bis nach der Bundestagswahl verlangt haben.

Stellungnahme des Leserbriefschreibers:

1.) Bevor sich Deutschland Kampfdrohnen anschafft, sollten wir uns doch einmal die Praxis des Krieges mit dieser Waffe auf einem Kriegsschauplatz ansehen, nämlich den Drohnenkrieg der USA in Pakistan(Auszug aus dem Internet):                                                                             Zitat 1:Die völkerrechtliche Basis für die Angriffe ist umstritten. US-Juristen haben die Praxis in offiziellen Anhörungen teilweise als „klaren Bruch des Völkerrechts“ bezeichnet. Unter anderem führt die Tatsache, dass bei den Angriffen mit von den Drohnen abgefeuerten Hellfire-Raketen bereits mehrere Hundert Unbeteiligte getötet wurden, darunter auch zahlreiche Kinder, zu anhaltender Kritik sowohl aus den USA als auch aus anderen Ländern.(Ende des Zitates 1)

Zitat 2: Im September 2012 veröffentlichten die Stanford University und die New York University die Studie Living Under Drones über die Auswirkungen der Drohnenangriffe auf die Zivilbevölkerung. Die Studie wurde von der Londoner Menschenrechtsorganisation Reprieve im Namen des Pakistaners Noor Khan, der ein Familienmitglied durch einen Drohnenangriff verloren hatte, in Auftrag gegeben. Die Forscher befragten 130 Personen aus den betroffenen Gebieten, unter ihnen 69 Überlebende von Angriffen oder Hinterbliebene von Opfern. Demnach leiden viele Menschen in den betroffenen Gebieten rund um die Uhr an Angst vor den Angriffen. Viele Kinder verlassen die Schule, weil sie entweder Furcht vor Angriffen hätten, oder Einkommensausfälle durch Drohnenopfer in der Familie kompensieren müssten. Besonders die Praxis der „doppelten Angriffe“ wurde von der Studie kritisiert. Dabei würden gezielt durch zeitversetzte, erneute Angriffe Helfer getötet, die sich nach dem ersten Angriff um die Verletzten kümmern würden. Dies würde dazu führen, dass sich immer weniger Menschen trauten, den Verletzten nach einem Angriff zu helfen. Zudem wurde von Angststörungen bei Menschen in den betroffenen Gebieten berichtet. Durch eine ständige Präsenz der Drohnen in der Region, was durch Fluggeräusche bemerkbar sei, hätten die Menschen permanent Angst um ihr Leben. Auch hätten die Menschen Angst, sich schon in Gruppen von wenigen Personen zu versammeln, weil dies bereits Auslöser für einen Angriff sein könnte.(Ende des Zitates 2)

(Drohnenkrieg der USA in Pakistan – Bing)

Der Leserbriefschreiber fordert den Verzicht auf die Beschaffung der Kampfdrohnen, weil er nicht möchte, dass sich die Soldaten der Bundeswehr mit dem Gebrauch dieser Waffe „die Finger schmutzig machen“. Der beste Schutz für deutsche Soldaten ist der Verzicht auf Auslandseinsätze. Der Leserbriefschreiber fordert die Reduzierung des Auftrages der Bundeswehr auf ihre ursprüngliche Aufgabe, einen möglichen Angriff Russlands auf Westeuropa zurückzuweisen. Dann werden wir endlich ausreichende Geldmittel verfügbar haben für Gesundheit, Bildung und Bezahlung von Ärzten, Altenpflegern und Krankenpflegern. Wir sollten unseren Drang nach der Übernahme von mehr Verantwortung in aller Welt – der auch unser Geld kostet – ein wenig bremsen, damit wir nicht allein „die Kastanien aus den Feuern der Welt herausholen!“ Vor allem sollten wir Deutschen darauf bestehen, dass diejenigen, die Kriegsschäden verursachen, diese auch selbst beheben!

Otfried Schrot

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