Deutschlands Streben nach Seegeltung im Fernen Osten - QR Code Friendly

Die Bundeswehr – Fregatte „Bayern“ ist am 2. August 2021 zu einer sechsmonatigen Reise über das Mittelmeer, am Horn von Afrika und Indien vorbei, nach Singapur, Australien, Südkorea und Japan aufgebrochen. Berlin will mit der Mission in der Region "Flagge" zeigen – vor allem gegen China.

China hat den Besuch der Fregatte in einem chinesischen Hafen inzwischen dankend abgelehnt. Diese Zurechtweisung hätte bei mehr diplomatischem Fingerspitzengefühl im Auswärtigen Amt leicht vermieden werden können.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, aus denen dieses Erscheinen eines Kriegsschiffes der Bundesmarine in chinesischen Gewässern unangebracht ist.

1.) Deutschland ist Mitglied der NATO. In der Bezeichnung dieses Bündnisses befindet sich das Wort ATLANTIK, nicht das Wort INDOPAZIFIK. Die NATO ist 1949 als Abschreckungsbündnis gegen den nach der Weltrevolution dürstenden Warschauer Pakt unter der Führung der Sowjetunion gegründet worden, der bereits am 31.3.1991 aufgelöst wurde, wohingegen die NATO verdächtiger Weise nicht das gleiche Schicksal erlitt, sondern auf Initiative des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton nach Osten erweitert wurde. Clintons Gründe hierfür dürften mit dem Begriff „Entspannung“ nichts zu tun gehabt haben.

Wir sollten nicht „über den Zaun grasen“ und uns mit dem Einsatz der Bundesmarine auf das NATO – Territorium im engeren Sinne beschränken.

(Nordatlantik, Nordsee, Ostsee, Mittelmeer)

2.) Deutschland sollte sich erst einmal vom Afghanistan – Krieg erholen, bevor es nach neuen Kriegsabenteuern strebt.

3.) Außenminister Maas hat erklärt, dass der Einsatz der Fregatte in ostasiatischen Gewässern der Erhaltung der „regelbasierten Weltordnung“ gelte. Die „regelbasierte Weltordnung“ wird allerdings von fast allen Mitgliedsnationen der UNO – einschließlich Deutschlands – mit ihren Waffenexporten und Kriegsbeteiligungen gebrochen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf China werfen!

4.)Hilfreicher wäre es, wenn Außenminister Maas den sich wechselseitig brüskierenden Staaten China und USA mit einem deutschen Angebot zu Hilfe käme, als Vermittler aufzutreten, bevor die beiden Streithähne den menschlichen Lebensraum mit einem Atomkrieg unbrauchbar machen! Mit einer solchen Initiative könnte der deutsche Außenminister seine begnadeten diplomatischen Fähigkeiten so recht zum Glänzen bringen!

Otfried Schrot

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Otfried Schrot

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