Die amerikanische Verfassung - ein zuverlässiges Mordinstrument - QR Code Friendly

In der texanischen Kleinstadt Uvalde eröffnet ein 18-Jähriger in einer Grundschule das Feuer. Er tötet an der Robb Elementary School mindestens 19 Kinder und zwei Lehrer, bevor er selbst von Polizisten erschossen wird.

Das Magazin "Mother Jones" führt eine Datenbank zu "Mass Shootings" in den USA, sie deckt den Zeitraum der letzten 40 Jahre ab. "Mass Shooting" wird von FBI und Kriminologen definiert als eine Attacke mit Waffengewalt an einem öffentlichen Ort, bei dem mindestens vier Menschen ums Leben gekommen sind. Demnach gab es seit 1982 128 solcher Attacken, bei denen 1.033 Menschen starben und 1.464 verwundet wurden. In den letzten zehn Jahren waren es 73 "Mass Shootings". Filtert man nach Attacken auf Schulen, waren es seit den 1980ern 19 "Mass Shootings" mit 195 Toten und 220 Verletzten. Allein in den letzten zehn Jahren gab es neun Amokläufe an Schulen und Universitäten. 104 Menschen kamen dabei ums Leben.

Ursache des Übels: In der amerikanischen Verfassung befindet sich eine „Lizenz zum Töten.“Sie lautet: „Eine gut regulierte Miliz ist für die Sicherheit eines freien Staates notwendig, das Recht des Volkes, Waffen zu behalten und zu tragen, darf nicht verletzt werden.“

Kommentar: dieser Verfassungszusatz stammt aus einem ganz anderen Zeitalter. (15. Dezember 1791) Heute haben die USA ihre Armee und ihre Nationalgarde.Damit ist eine Miliz im ursprünglichen Sinne (Bürgerwehr) überflüssig.Der Waffenindustrie zuliebe rührt der Kongress aber nicht an dem ursprünglichen Text.

Damit der Kongress „bei der Stange“ bleibt, überflutet die Waffenindustrie vor allem die republikanischen Kongressabgeordneten mit opulenten Spenden in Millionenhöhe, damit sie an den bestehenden Gesetzen keine Änderungen vornehmen. Die Abgeordneten wiederum sind auf diese Spenden angewiesen, um alle zwei Jahre ihre „Luxuswahlkämpfe“ vor den Kongresswahlen finanzieren zu können. So führt die Unterlassung der immer notwendiger werdenden Gesetzesänderungen immer wieder zu „Schulmassakern“.

Fazit 1: In der amerikanischen Politik hat der Profit der Kongressabgeordneten Vorrang vor dem Schutz von Menschenleben!

Fazit 2: In der amerikanischen Verfassung fehlt ein weiterer Verfassungszusatz: Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit amerikanischer Schulkinder haben Vorrang vor allen anderen Regelungen in der Verfassung der Vereinigten Staaten, die fallweise, teilweise und zeitweise außer Kraft gesetzt werden können!

Fazit 3: Die Abgeordneten des Kongresses der USA sollten eine Selbstverpflichtung eingehen, alle eingehenden Spenden in einem Zentralen Spendenregister des Kongresses zu veröffentlichen unter Angabe des Spendernamens und der von diesem gewünschten Gegenleistung.

Es wäre eine dankbare Aufgabe für die demokratischen Kongressabgeordneten, sich um die Aufnahme dieser Regelungen in die amerikanische Verfassung zu bemühen und die USA damit vor dem Verruf einer Plutokratie zu bewahren.

Otfried Schrot

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Autor: Otfried Schrot

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