Sebastian Vettel, der FC Bayern und Kleopatra (gedruckt) - QR Code Friendly
Frankfurter Rundschau vom 28.09.2013, Titel "Duschen mit Lebensmitteln"
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Ich müsste hier eigentlich ein Bild zeigen, das Ahmad Masood über Reuters verkauft.
Es zeigt einen lächelnden Sebastian Vettel, der seine Kappe hebt, während er von hinten mit Champagner überspült wird. Er wurde gerade zum vierten Male  Formel 1 Weltmeister und meint "Das ist schwer zu begreifen".
Dem stimme ich uneingeschränkt zu.
Wenn tausende bestens ausgebildete Techniker, Verkaufsstrategen, Sportler und Finanzjongleure milliardenschwere Boliden mit einer veralteten umweltzerstörenden Technik hundert mal im Kreis fahren lassen und feiern das dann, indem sie sich mit Lebensmitteln bespritzen, ist das unverständlich. Es ist viel mehr unverständlich, als es unverständlich ist, wenn 22 hochgepuschte junge Männer einem Ball hinterherlaufen, um ihren "Sieg" dann mit Weißbierduschen  zu feiern.
Richtig unverständlich wird das alles, ja schon beinahe blödsinnig, wenn man sich klar macht, dass Einzelne, besonders oft mit Lebensmitteln gesäuberte, bis zu 50 Millionen EURO pro Jahr für nutzloses, ja schädliches Gehabe kassieren.
Ich finde, die sollten, wenn sie sich schon wie Könige fühlen, nicht mit Champagner oder Weißbier duschen, sondern sich an der weltpolitisch nutzlosen und doch sehr schönen und wirksamen Kleopatra orientieren und Eselsmilch nehmen.
Paßt einfach besser: Milch für Esel.
 
Michael Maresch

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