Servicegebühr im Einzelhandel (2x gedruckt) - QR Code Friendly
AZ vom 30.12.2013, Seite 5, Titel "Ein mutiger Händler"
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Ein Münchner Fotohändler verlangt eine Servicepauschale zwischen 5 und 25 Euro pro Beratung, weil die Leute sich beraten lassen um dann billiger im Internet zu kaufen.
Was dieser mutige Händler da auf eigenes Risiko zu regeln versucht, ist ein riesiges gesellschaftspolitisches Problem: der Erhalt des Einzelhandels.
Der Internethandel beutet die Umwelt in etwa so aus, wie ein Braunkohlekraftwerk die kostenlose Luft. Nur dass es dabei nicht nur das Klima ist das belastet wird, das auch, durch die zahllosen Kurierfahrten zwischen dem zentralen Lager des Internethändlers und den Kunden, sondern zusätzlich auch die Lebenszeit eigentlich des gesamten Volkes.
Jedervon uns nimmt ständig irgendwelche Pakete an, weil der Nachbar nicht zu Hause ist. Erst benutzt der Internethändler also umweltzerstörend die Straße als kostenloses Lager, dann uns Bürger als kostenloses Verteilerzentrum. Diesem Missbrauch Einhalt zu gebieten wäre Aufgabe der Politik. Zum Beispiel mit einer Verdoppelung oder Verdreifachung der Zustellgebühr und der Senkung der Steuern für den Einzelhandel in Höhe des dadurch erzielten Betrages.. Oder/Und durch die Einführung einer Zwischenlagergebühr von sagen wir 10 Euro für den Annehmer, wenn der nicht der Empfänger ist. Jeder der ein fremdes Paket annimmt und weiterleitet, würde also automatisch und sofort 10 Euro für diesen Service bekommen.
Schluss wäre es mit der Ausbeuterei. Und jeder Einzelhändler hätte eine reale Chance.
 
Und was tut die Politik? Pennen. Wie immer bei neuen Problemen. Denen ist egal ob wir Bürger unseren Einzelhandel behalten wollen oder nicht. Hauptsache sie haben ihre Posten.
 
Michael Maresch

Westfalenpost vom 31.12.2013, Seite 4, Titel: "Ausbeuterei"
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Ein Münchner Fotohändler verlangt eine Servicepauschale von 5 und 25 Euro pro Beratung, weil die Leute sich beraten lassen, um dann billiger im Internet zu kaufen. Was dieser mutige Händler da zu regeln versucht, ist ein riesiges gesellschaftspolitisches Problem: der Erhalt des Einzelhandels. Der Internethandel beutet die Umwelt in etwa so aus, wie ein Braunkohlekraftwerk die kostenlose Luft. Nur dass es dabei nicht nur das Klima ist, das belastet wird (auch durch zahllose Kurierfahrten vom Lager zum Kunden), sondern zusätzlich auch die Lebenszeit des gesamten Volkes.

Michael Maresch, München

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Autor: Michael Maresch

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Kommentare

# Alois Sepp 2013-12-28 12:17
Absolut richtig und aus meiner Seele gesprochen!!
# Roland Klose 2013-12-29 06:30
Nicht nur der Online-Handel belastet die Umwelt, sondern auch die täglichen Just-In-Time-Kurierfahrten z. B. für die Apotheken, Autowerkstatten, für die Autoindustrie etc., aber auch für den Einzelhandel. Kaum noch einer legt sich etwas auf Lager, weil die Lagerhaltungskosten hoch sind bzw. dies unnötig Kapital bindet. Tag und Nacht wird Just-In-Time beliefert. Das verpestet die Luft und erhöht enorm das Verkehrsaufkommen auf Deutschlands Straßen. Schließlich leben wir in einer Just-In-Time-Gesellschaft, wo alles umgehend verfügbar sein muss. Wie wollen Sie diese Gedankenwelt der Menschen verändern?

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