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Gemütlichkeit? Au.

Das verkommene Oktoberfest

 Es gab eine Zeit, da saßen in allen Zelten auf der Wiesn, zu allen Zeiten, so Leute rum wie sie der Herr Hirnbeis von der AZ darstellt. Manche von ihnen sogar mit Dackel. Die saßen einfach nur so rum, tranken eine Mass nach der anderen und wankten schließlich leise trällernd um 11 nachhause. Manch einer von denen wiederholte das jeden Tag und wenn die Wiesn vorbei war, wartete er sehnsüchtig auf die nächste.

 

Heute warten die alle nicht mehr. Es gibt sie zwar noch, aber die Wiesn gibt's nicht mehr.

 

Ach so? Sie meinen die findet doch jedes Jahr statt? Ach das was die "Wiesn" nennen meinen Sie? Sind Sie mal rausgegangen mit Ihrem Dackel? Nein? Na sehen Sie!

Die Wiesn ist tot. Es lebe die Wiesn! Ja, alle Zelte zum Brechen voll. Aber nicht mit Grantlern die Touristenitalienern die Weißwurst vorzuzeln, sondern mit alpenländisch gestylten Yuppies, die dem ganzen "Wiesntag", auf den Sitzbänken stehend, Stimmung kotzen, bis sie unter dem Tisch liegen und das schöne Bier der Stimmung folgt.

Ah, Sie meinen, dass Sie da gar nicht mehr rein kämen? Und Ihr Hund schon gar nicht? Nicht ärgern! Wissen Sie das ist so: dieser Oktoberevent wird vermarktet. Weltweit. Der Platz den Sie wollen ist schon im Januar nach Australien verkauft worden. Wissen Sie was das für ein Aufwand ist? Von Australien auf die Wiesn? Und da kommen Sie daher mit Ihrem Dackel! Ja schämen Sie Sich nicht? Und überhaupt hat der Känguruseppl 300 Euro für den Platz bezahlt. Und 500 für die Tracht. Und 1500 für die Reise und 1000 für das Hotel. Und Sie? Sie trinken drei Mass, na sagen wir vier. Und Ihr Dackel säuft Wasser. Wollen Sie unsere Wirtschaft ruinieren?

Ach so, weil Sie ein Münchner sind meinen Sie und weil doch München das Fest ausrichtet. Oh mei, oh mei. Geht's noch? Schon mal was von Globalisierung gehört? Nein? Von Gewinnmaximierung? Auch nicht? Dann wenigstens was vom leeren Stadtsäckel? Nein? Ja sag'ns mal, wo leben Sie denn? In der Au? Warum machen Sie dann kein "stralien" dazu? Dann kommen Sie vielleicht rein.

In die Gemütlichkeit.

 Michael Maresch

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Autor: Michael Maresch

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