Heribert Prantl und die Steuerhinterziehung - QR Code Friendly
Nein, Herr Prantl, Prominenz ist eben immer auch Vorbild. Die Vorbildfunktion ist zwingender Preis jeder Prominenz. Es ist also vollständig gerechtfertigt, wenn sich die Öffentlichkeit auf prominente Verbrecher mehr und ausgiebiger stürzt, als auf Ließchen Müller. Ließchen Müller wird, ohne Prominentenbonus oder -malus sowieso bestraft. Bei den Prominenten aber befürchtet das Volk, dass sie sich mit Hilfe der anderen Prominenten, zu denen Sie auch gehören, herauswinden und straffrei bleiben. Auch Ihr Kollege Leyendecker hat so einen Versuch der Verniedlichung des Vergehens durch die Einführung des Begriffs "Spielgeld" bei Herrn Hoeneß unternommen. Vor allem aber Helmut Kohl ist so ein heruntergeredeter Fall oder Herr Schäuble oder Alice Schwarzer oder, oder. Die mögen alle vor Gericht und in Ihrer Kirche straffrei bleiben, vor dem Volk sind und bleiben sie Straftäter.
Ausgehend von diesem andauernden Promibonus ist es ein Leichtes zu der Vermutung zu gelangen, dass alle Prominenten Dreck am Stecken haben. Dass alle Abgeordneten oder zumindest ihre Mehrheit, bestechlich sind und/oder Steuern hinterziehen. Warum sonst ist die Selbstanzeige nicht längst abgeschafft? Warum sonst wird das Antikorruptionsgesetz der UN nicht unterschrieben?
Seien Sie versichert, Herr Prantl, da können Sie Ihre Kirche noch so lange im Dorf lassen: wir Bürger werden Sie stürmen. Und dazu ist uns jeder Promi, völlig unabhängig von der persönlichen Gestaltung seines Rechtsbruchs, recht. Kriminelle Promis sind eben auch Vorbild: dafür wie es nicht sein darf.
Michael Maresch
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Autor: Michael Maresch

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