Netzfurz67 und die Durchsuchung von Redaktionsräumen - QR Code Friendly
Das Darmstädter Landgericht hat die Durchsuchung der Redaktionsräume des "Darmstädter Echo" als rechtswidrig eingestuft. Es ging um einen Kommentar eines "Users", zu dem ermittelt werden sollte. (laut SZ vom 05.09.2014, Seite 47) Das Zeugnisverweigerungsrecht des Paragrafen 53 der Strafprozessordnung führt immer wieder zur Uneinigkeit der Richter. Mal so wie in Darmstadt oder dann mal so wie in Augsburg.
Dabei verdecken diese Rechtsstreitigkeiten die Ursache des Übels: manche Zeitung druckt "anonyme" Meinung.
Damit geben diese Zeitungen das einzige tragende Grundprinzip des gedruckten Zeitungswortes auf: die verantwortete Meinung.
In einer Art "Anwanzprozess an das Internet" drucken sie mal Twittermüll, mal Facebook User und machen so ihre Zeitung zum Mitglied der Beliebigkeit des anonymen Internets.
Dass sie damit immer wieder in das Fadenkreuz der Staatsanwaltschaften geraten ist gut und schützt auch uns Leser: vor dem nervigen Netz-Mobbing aus dem Schutz der Anonymität.
Dass eine Zeitung unter Umständen ihren Informanten schützt, bleibt dabei unangetastet. Aber bitte nur bei der Aufdeckung von Skandalen. Bei wichtigem Inhalt. Einzeln durch einen verantwortenden Redakteur selektiert. Und nicht als Büttel des Internets.
Die einzige anonyme Unterschrift unter einen Artikel bei einer seriösen Zeitung sollte sein: "Der Autor ist der Redaktion bekannt".
Nicht "Netzfurz67".

Michael Maresch

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