Am 31.01.1998 hat die SZ am Wochenende einen Artikel von mir geduckt (Titel: "Bald ein Volk ohne Daumen?") Der Artikel hat damals dazu geführt, dass Siemens sein Vorhaben, mit einem Fingerprintchip in der EC - Karte die Geheimzahl zu ersetzen, aufgegeben hat (weil der Chip den toten nicht vom lebenden Daumen unterscheiden konnte) und die Millionen schwere Entwicklung eingestampft hat.
Jetzt, auf der Hannovermesse, ist es, fast 20 Jahre später, wieder so weit: sie setzen Leuten einen Chip unter die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen und lassen ihn damit Türen öffnen, Autos starten und ähnlichen Blödsinn.
Sicherheit aber ist, damals wie heute, dazu da, den Kunden zu schützen.
Nicht ihn zu gefährden. Es ist ein kleiner Vorteil eine Türe ohne Schlüssel oder ohne Karte öffnen zu können.  Aber ein großer Nachteil, dass, wenn man dann doch einmal einen Schlüssel braucht, dann unter Umständen keine Hand mehr dafür hat, weil irgendein Verbrecher die Hand mitgenommen hat um eine Türe zu öffnen, ein Auto zu starten oder ähnlichen Blödsinn.
Beim ersten brutal herausgeschnittenen Chip, bei der ersten abgehackten Hand, ist der Spuck vorbei. Verbrecher sind keine Gutmenschen. Wenn die einen Ring nicht kriegen, nehmen sie schon mal den ganzen Finger.
Seriöse Identifikation, ihr Cyber Gangster (Gangster, auf die selbst die ARD hereingefallen ist) sieht anders aus: Stand der Technik ist ein bewegliches Medium, plus, bei Geld oder hohen Sicherheitsanforderungen, ein geistiger Verschluss. Das kann ich im Erpressungsfall weitergeben, ohne einen Körperteil zu verlieren.
Einen RFID Chip als Monsterimplantat dagegen nicht.
Denn es ist absolut sicher: selbst wenn ihr den Chip in den Kopf setzt....
Dann lautet dieser Artikel halt: "Bald ein Volk ohne Kopf?".
Für die üblen Geschäftemacher und die Nutzer ihres Implantats aber, gilt ein Teil dieses Titels schon heute: Mit Chip, aber ohne Kopf.
 
Michael Maresch

Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Keine Kommentare