Die Angst geht um in Gessertshausen:  pro Einwohner drei Flüchtlinge? - QR Code Friendly
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Gestern erreichten die Buergerredaktion.de zwei Briefe von Frau Eva Schwicker (Adresse und Telefonnummer sind uns bekannt).
In diesen Briefen schildet sie ihre verzweifelte Situation:
In ihrem 30 Seelen Dorf sollen über 90 Flüchtlinge angesiedelt werden.
Dieser Fall scheint mir symptomatisch für den Zustand im Land zu sein:
Überforderte, keinesfalls rechte, Bürger und eine Verwaltung, in diesem Fall auch die der Kirche, die aus einer anderen Überforderung heraus mit dem Feuer und mit dem Steuergeld spielt, zu Lasten der Flüchtlinge, der Anwohner und unserer Gesamtgesellschaft.
 
Ich übersende Ihnen die beiden Briefe in ungekürzter Form, damit Sie selbst sich ein Bild machen können. Adresse und Telefonnummer gebe ich Ihnen gerne bekannt. Mail genügt.
 
Brief 1:
 
Zum Bericht der Augsburger Allgemeinen
 
"Der Weiherhof wird zur Flüchtlingsunterkunft" vom 12.03.16 "Hier soll Platz für 92 Flüchtlinge entstehen."
Ergänzend zu o.g. Bericht möchte ich noch einige Tatsachen anmerken:
Leider wurde vergessen zu erwähnen, dass in der kleinen Siedlung beim Weiherhof nur 30 Menschen leben, davon 8 Kinder.
Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt 6 Kilometer entfernt. Trotz Ausbau der Buslinie ist die Verbindung schlecht. Die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Gessertshausen und der Abtei Oberschönenfeld haben hinter verschlossenen Türen und ohne jegliche Bürgerbeteiligung statt gefunden.
Die Anwohner sind gerne bereit, einen prozentual angemessenen Anteil an Flüchtlingen in der Nachbarschaft aufzunehmen, aber 300% sind kein angemessener Anteil! Ein Sicherheitsdienst ist nicht vorgesehen.
Ein kurzfristig angesetzter Infoabend am 18.03.16 hat die großen Ängste, den Unmut und die Wut auf die Verantwortlichen mit aller Wucht deutlich gemacht. Auch der Gedanke, dass das Kloster Oberschönenfeld sich das marode Gebäude auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten der Anwohner sanieren lässt, wurde offen ausgesprochen.
Hier im Wald ein Ghetto zu errichten, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten und ohne die geringste Chance auf Integration darf weder den Flüchtlingen, noch den hier ansässigen Menschen zugemutet werden.
 
Eva Schwicker
 
 
Brief 2:
 
Lieber Herr Maresch,

durch Zufall bin ich auf die Seite der Bürgerredaktion gestoßen und habe bereits einen Leserbrief Entwurf zum redigieren an die Redaktion geschickt. Ich weiß nicht, ob ich bei Ihnen an der richtigen Adresse bin und ob Sie sich für meine Belange überhaupt die Zeit nehmen können, trotzdem wende ich mich in meiner Verzweiflung einfach auch an Sie.
 
Bezugnehmend auf o.g. Artikel habe ich folgenden Leserbrief entworfen:
 
 
"Der Weiherhof wird zur Flüchtlingsunterkunft" vom 12.03.16
"Hier soll Platz für 92 Flüchtlinge entstehen."
Ergänzend zu o.g. Bericht möchte ich noch einige Tatsachen anmerken: 
Leider wurde vergessen zu erwähnen, dass in der kleinen Siedlung beim Weiherhof nur 30 Menschen leben, davon 8 Kinder. 
Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt 6 Kilometer entfernt. Trotz Ausbau der Buslinie ist die Verbindung schlecht. Die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Gessertshausen und der Abtei Oberschönenfeld haben hinter verschlossenen Türen statt gefunden, ohne jegliche Bürgerbeteiligung.
Die Anwohner sind gerne bereit, einen prozentual angemessenen Anteil an Flüchtlingen in der Nachbarschaft aufzunehmen, aber 300% sind kein angemessener Anteil! Ein Sicherheitsdienst ist nicht vorgesehen.
Ein kurzfristig angesetzter Infoabend am 18.03.16 hat die großen Ängste, den Unmut und die Wut auf die Verantwortlichen deutlich gemacht. Auch der Gedanke, dass das Kloster Oberschönenfeld sich das marode Gebäude auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten der Anwohner sanieren lässt, wurde offen ausgesprochen. 
Hier im Wald ein Ghetto zu errichten, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten und ohne die geringste Chance auf Integration darf weder den Flüchtlingen, noch den hier ansässigen Menschen zugemutet werden.
 
 
Wahrscheinlich ist das alles ein Treten gegen Windmühlen. Da ich aber unglaublich große Angst um meine Kinder und um mich habe, möchte ich einfach nichts unversucht lassen. Ich habe mir ganz bewusst ein Leben in dieser Abgeschiedenheit ausgesucht. Meine Kinder (10 und 13) spielen mit den Nachbarskindern völlig unbeschwert in den angrenzenden Wäldern. Die Kinder gehen mittags vom Bus alleine nach Hause und sind teilweise auch noch einige Zeit alleine, bis ich nach Hause komme. Sicherheit durch belebte Straßen gibt es hier nicht, ich sehe meine Nachbarn oft tage- und wochenlang nicht! Die Polizei aus Zusmarshausen braucht mindestens 20 Minuten, verfügt allerdings nur über 2 Streifenwagen! Die Angst macht mich bereits jetzt krank und lässt mich nicht mehr ruhig schlafen. Ich bin mir sicher, dass ich nicht neben einem Ghetto mit 92 Flüchtlingen  im Wald leben kann. Unser mühsam abbezahltes kleines Häuschen ist somit aber wertlos und unverkäuflich. Es würde mir also nichts anderes übrig bleiben, als alleine mit meinen Kindern weg zu gehen - also ohne meinen Mann. Das möchte ich auf gar keinen Fall, deshalb werde ich alles mir Mögliche unternehmen, um diese Ungerechtigkeit zu verhindern. Meine Nachbarin betreibt hier eine kleine Reitschule. Erste Eltern äußern ihre Bedenken und wissen nicht, ob sie ihre Kinder noch zum Reiten bringen möchten, wenn die Betreiberin als einzige Erwachsene am Hof ist. Zeltlager und Übernachtungen im Heu als Ferienprogramm ist dann nicht mehr möglich. Auch hier sind große existenzielle Ängste vorhanden.
 
Ich weiß nicht, mit wie vielen solcher Geschichten sie täglich bombardiert werden, sollte ich keine Antwort bekommen, ist das auch in Ordnung. Wenn Sie mir jedoch irgendwie helfen können, Stellen/Adressen nennen können, an die ich mich noch wenden kann, dann wäre ich Ihnen sehr dankbar.
 
Geschrieben habe ich bisher an die Bürgermeisterin aus Gessertshausen, an das Landratsamt Augsburg Land, an die Abtei Oberschönenfeld und an das Bistum Augsburg.
 
Vielen Dank!
 
Liebe Grüße 
Eva Schwicker 
 
 
Und hier noch der Artikel in der Augsburger Allgemeinen, der nach meiner Meinung skandalös ist, weil er die Interessen der Bürger überhaupt nicht erwähnt:
 
Der Weiherhof wird zur Flüchtlingsunterkunft
Lange stand der ehemalige Gasthof bei Oberschönenfeld leer. Nun muss renoviert werden.
 
 
Nach langer Zeit des Leerstands wird der Weiherhof renoviert und dann als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet.
Foto: Marcus Merk
Der Weiherhof stand lange leer, jetzt wird die Immobilie zur Asylunterkunft umgebaut. Das bestätigte Gessertshausens Bürgermeisterin Claudia Schuster.
Hinter verschlossenen Türen hatte man bereits diskutiert, nun ist die Erleichterung groß, dass sich die Gemeinde und die Abtei Oberschönefeld einigen konnten. In erster Linie, weil es für das alte Gebäude wieder eine Verwendung gibt.
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Es sei grundsätzlich immer schade, wenn ein Gebäude nicht genutzt werde, sagt Schuster. Die Abtei ist seit 2012 Eigentümer des Weiherhofs, nachdem ein unbekannter Stifter die Immobilie gekauft und der Abtei Oberschönefeld geschenkt hatte. Seitdem wurde lange überlegt, was sich aus dem ehemaligen Gasthof machen ließe. Der Vorschlag, die Immobilie als Asylunterkunft zu vermieten, sei seitens der Abtei geäußert worden. „Man kommt sich damit auf beiden Seiten entgegen“, erklärt die Bürgermeisterin. Idealerweise würde sich der Weiherhof sehr gut eignen, sagt sie. Aufgrund der früheren Nutzung sind beide Stockwerke mit Fremdenzimmern ausgestattet, die jeweils über ein eigenes Badezimmer verfügen.
Zwar werde es ohne Sanierung nicht gehen, aber im Grunde könnte man die Räume direkt bewohnen. Mauern werde man also nicht einreißen müssen, so Schuster.
Wie genau sich der Weiherhof verändern wird, wird das Bauamt in technischer Abstimmung mit den Architekten prüfen. Eine erste Begehung habe gezeigt, dass die Böden erneuert werden müssen. Außerdem gelten für die Immobilie spezielle Brandschutzauflagen. So müssen etwa ausreichend Fluchtmöglichkeiten nach draußen vorhanden sein. Finanziert werden die Baumaßnahmen von der Gemeinde. Die Kosten hierfür sollen über die Vermietung an das Landratsamt wieder reingeholt werden.
Nach der Sanierung Platz für bis zu 92 Bewohner
Am Montag will Claudia Schuster das Vorhaben in der Gemeinderatssitzung bekannt geben. Nähere Details habe man dann noch nicht. Läuft alles nach Plan, könnte die Unterkunft für 92 Personen im Winter oder zum Jahresanfang 2017 fertig sein. Woher die zukünftigen Bewohner kommen, ist noch völlig unklar. „Diese Informationen erfahren auch wir erst kurz vorher vom Landratsamt“, sagt Schuster. 
Der Weiherhof liegt rund zwei Kilometer südlich von der Abtei, ist aber mit der Buslinie nach Döpshofen gut zu erreichen. Historische Quellen würden belegen, dass die Anlage die Keimzelle des Klosters ist. Im Jahre 1186 gab es in „Obernhofen“, wie damals der Weiherhof hieß, eine Art klösterliche Gemeinschaft frommer Frauen, sogenannte Beginen. 1211 siedelten sie auf das heutige Klostergelände über.
Über all die Jahrhunderte hinweg hat die Zisterzienserinnen-Abtei Oberschönenfeld an diesem Gründungsjahr 1211 festgehalten. Der Weiherhof gilt damit als die Wiege des Klosters. (aula)
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Michael Maresch

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Kommentare

# ..die Angst geht um!Alois Sepp 2016-03-23 12:35
Die Angst der Bewohner ist nachvollziehbar, umso mehr, als man den jüngsten Terroranschlag wieder vor Augen hat. Es geht nicht gegen die Menschen, es geht gegen unsichtbare Fanatiker, die alles im Sinne des islamischen Hintergrundes durchführen!

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