Die Leserbriefseite der Süddeutschen Zeitung - QR Code Friendly

  1. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht an zwei Tagen in der Woche keine Leserbriefe. An diesen beiden Tagen haben die Leser keine eigene Meinung zu haben.
  2. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht bevorzugt Briefe von Würdenträgern. Wenn Sie Doktor oder Professor, am besten beides sind, steigt Ihre Chance ihren Brief in der Zeitung zu finden.
  3. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht Briefe in Themenblöcken. Diese sind selten bis nie aktuell. Dadurch wird die Leserbriefseite zu einer Art "Labmagen" ", zur Wiederkäuer - Seite der Zeitung. Aktuelle Meinung ist den Profis vorbehalten. Die aktuelle Meinungshoheit hat ausschließlich die Zeitung.
  4. Die Süddeutsche Zeitung druckt nur Leserbriefe, die auf vorherige Artikel der Profis in der Zeitung Bezug nehmen. Eigene Ideen, neue Spots sind unerwünscht und werden nicht gedruckt. Damit gibt die Zeitung bekannt, was sie von den Leserbriefschreibern denkt: unselbstständige Konsumenten sollen es sein. Wiederkäuer eben.
  5. Die Süddeutsche Zeitung druckt immer wieder Blöcke auf die Leserbriefseite, die von "Usern" geschrieben sind. Damit gibt sie zu erkennen, dass sie, wohl als letzte Zeitung in Deutschland, nicht sauber trennt zwischen Gelaber und verantworteter Meinung. Dass sie das einzige Alleinstellungsmerkmal, das Zeitungen gegenüber dem Internet haben, die Verantwortlichkeit, die mit dem guten Namen unterschriebene Meinung, der Mode zu opfern bereit ist. Das aber gefährdet das Medium "Print" insgesamt. Als Leserbriefschreiber, eine persönliche Meinung dazu, fühle ich mich von der Zeitung "in den Hintern getreten", wenn mein Name neben dem User "klbrunpf" steht.

 

Ich fasse das nicht zusammen, das Urteil wäre vernichtend. Ich gebe einen Ausblick:

Ich habe recherchiert, welche deutsche Zeitungen Leserbriefe im Internet veröffentlichen. Und zwar unabhängig davon, ob sie kostenlos oder im ePaper lesbar sind. Das Ergebnis war erschreckend. Nur sechs Zeitungen, davon zwei im ePaper, stellen Leserbriefe ins Netz.

Am erschreckendsten aber war die Antwort der Süddeutschen Zeitung: das Verlinken der Leserbriefe der Süddeutschen Zeitung sei "nicht gestattet".

Ich habe daraufhin die weitere Ausführung meines jahrzehntelangen Abonnements nicht gestattet.

 

Wer, Süddeutsche Zeitung, dient hier wem?

 

Michael Maresch

 

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Autor: Michael Maresch

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Kommentare

# Süddeutsche ZeitungAlois Sepp 2016-07-20 21:52
Eine absolut korrekte Handlung, die SZ künftig vollends zu boikottieren, bzw. zu ignorieren. Hoffentlich schlägt sich dies einmal auf die Auflagenzahlen nieder, sodass die "HERREN DER SZ" einmal wieder kleinere Brötchen backen müssten. Nebenbei auch wieder vom hohen Ross absteigen müssen.

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