Neue FDP braucht das Land (gedruckt) - QR Code Friendly

Hamburger Morgenpost vom 16.02.2017 laut Genios.de.


 

Der geniale Schachzug der SPD, mit Martin Schulz einen politisch unverbrauchten Hoffnungsträger an die Spitze zu rufen, wirbelt die Parteienlandschaft erfrischend auf.

Er zeigt, dass wir kein Parteien - Problem haben,  sondern ein Abnutzungsproblem: zu lange haben immer die gleichen Gesichter, immer die gleichen Seilschaften die Macht ausgeübt. So ist der Eindruck einer ungeliebten politischen Nomenklatura entstanden, die nur noch ihre eigenen und die Interessen der Lobby vertritt.  Gregor Gysi hat das gerade mit "Hornochsen" beschrieben, mit denen er gerade noch umzugehen weiß. Amerika und England haben sich wegen dieser Abnutzung dramatisch verändert: glaubt der Wähler keine Wahl mehr zu haben, wählt er das Unwählbare.

Schulz dagegen zeigt, dass das kanalisiert werden kann: neue Kanzler, neue Hoffnungsträger braucht das Land, schon schrumpfen die Ränder.

Ich könnte mir vorstellen, dass noch andere Parteien zu diesem Mittel greifen. Allen voran die FDP. Lindner an der Spitze, ist, von außen gesehen, ausgelutscht wie Gabriel. Er sollte die gleiche Entscheidung treffen und den Weg frei machen für jemand mit eingebauter, neuer, Hoffnung. Jemand wie Albert Duin aus Bayern.

Die Grünen, denke ich, sind zu starr für so einen Wechsel. Die können uns zwar jeden Tag ein neues Verbot aufdrücken, aber Zukunft sieht strukturell anders aus, als diese Doppelspitze, die doppelt hoffnungslos und abgenudelt daherkommt. Sie werden also schrumpfen.

Die CDU/CSU hat ihre Seele an Merkel verkauft. Sie ist das Establishment, das dem Ansturm von neuen Hoffnungsträgern nicht standhalten wird. Wenn nicht irgendwo katastrophales (Flut- Flüchtlingskatastrophe etc.) geschieht, wird sie schrumpfen.

Begreift die FDP, dass GermanMut nicht reicht, wenn man ihn nicht in die Hand nimmt - und zwar zuerst bei sich, bewegen wir uns mit der nächsten Bundestagswahl, nach einem Wahlkampf der Hoffnungsträger gegen die Nomenklatura , zurück in den Dreiparteien Staat: CDU/CSU, SPD und FDP.

Begreift sie es nicht, bleibt sie auf der Strecke. Zermahlen zwischen Merkel, Schulz und der AfD.

Linke und AfD brauchen, wenn die FDP begriffen hat, nach der Definition aus Karlsruhe, dann nicht mehr verboten werden: Die sind dann nur noch Wadlbeisser.

Michael Maresch

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