Demokratische Extreme (gedruckt) - QR Code Friendly

 

Focus vom 25.03.2017 laut genios.de

Demokratie ist ein schwieriges Geschäft.

Denkt man, wenn das Volk abstimmt, ist die höchste Form der Demokratie erreicht, stellt man fest, dass das Volk "ja" zur Todesstrafe sagen würde, so wie es, wenigstens in Bayern, "ja" zu den Rauchverboten gesagt hat. Die logische Schlussfolgerung daraus ist: in einer Demokratie darf das Volk nicht alles gefragt werden. Bei manchen, meist emotionalen, oft Minderheiten betreffenden Themen, ist das Volk mit seinem Mehrheitsdiktat per se undemokratisch.

Martin Schulz ist auch so ein Thema.

100%? Bei einer Wahl? 100%?

Das hat, bei einer Wahl, meines Wissens überhaupt noch nie jemand erreicht. Egal ob der Kandidat in einer Demokratie oder in einer Diktatur zur Wahl stand. 100% traut sich nicht mal Pjöngjang zu fälschen.

Und trotzdem: Diese 100% zeigen die wahre Kraft der Demokratie: politische Begeisterung, die wirklich Alle erreicht. Auch die im hintersten Winkel. Diese 100% sind eine Entschuldigung der großen alten Dame SPD für die kapitalistischen Wirrungen der Schröder - Merkel Ära,  ein fulminantes Signal der Rückbesinnung und mehr als ein blosses Eingeständnis, dass 100% der SPD in den vergangen Zeiten nach Willy Brandt, Mist gebaut hat.

100%, so undemokratisch diese Zahl klingt, sind in diesem Fall pure, demokratische, Hoffnung.

Und eine unmenschliche Hypothek für Martin Schulz die gesamte Nomenklatura der Schröder - Zeit personell und inhaltlich zu ersetzen.


Michael Maresch


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