Karneval des Teufels (gedruckt) - QR Code Friendly
Hamburger Morgenpost vom 01.03.2019 laut genios.de

Ich sehe ein paar Hundert alte Männer. Alle so alt, dass altersbedingter Starrsinn naheliegt. Alle, es ist Faschingszeit, kostümiert. Mit Kipa und Toga.

Wo bin ich?

Richtig: im Herzen der katholischen Kirche, die gerade über sexuellen Missbrauch sinniert.

Der, so höre ich, ist ein Weltproblem. Ein Internetproblem. Ein Problem des Teufels.

Was ich nicht sehe, sind Frauen. Keine Kinder. Keine Staatsanwälte und Richter. Niemand in Handschellen oder Fußfesseln.

Was ich nicht höre ist Reue und Demut. Niemand ist kleinlaut, beschämt, angewidert. Niemand forscht nach Ursachen, nach Lösungen, nach dem Recht der Opfer.

Sie wissen immer noch besser über unseren Sex Bescheid, als wir.

Glauben sie. Und bestehen auf ihren Sonderrechten. Auf Schweigen. Auf Vertuschen. Auf interne Verarbeitung.

Wir wissen: das ist hartleibiger Popanz. Und brandgefährlich deformierte Sexualität.

Die Aufklärung will ihr Ende.

Michael Maresch

Bürgerredaktion.de
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