Akt 6: MySiemens Teil 2 - QR Code Friendly

Herbert Rhiel - Heyse füllte eine ganze Seite 3 der SZ mit mir und die Siemens Geschichte (MySiemens Teil 1) und ein Sturm brach los.

Plötzlich saß ich neben dem damaligen Verkehrsminister Wissmann und dem SPD Fraktionsvorsitzendem Scharping in "Talk im Turm".

Da gäbe es viel zu erzählen über gebrochene Ministerversprechen und "Popduschen". Wichtig aber war eine Frage des Moderators was ich denn glaubte, was Siemens von mir gewollt habe. Ich antwortete nämlich vor 3 Millionen Zusehern: "Die wollten mich betrügen!"

Im Flugzeug nachhause kam mir, dass ich jetzt die ganze Rechtsabteilung von Siemens gegen mich hätte. Also rief ich sofort bei Siemens an und hatte nach einer Minute (!) den Pressesprecher (!) am Telefon.

Der sagte mir, er könne da nichts tun, die Sache läge schon am Schreibtisch des Chefs. Heinrich v. Pierer. Ich solle dem doch einen Brief schreiben.

Das tat ich. Und es begann die wundersamste Zeit meines Erfinderlebens.

Ich schrieb viele Briefe und immer geschah etwas. Meist nicht das was ich vorschlug, aber oft in der Nähe.

Solange, bis ich vorschlug, für Siemens ein Zugangskontrollsystem für das Geldautomaten Foyer zu entwickeln.

Plötzlich lag uns Siemens Karlsruhe zu Füßen und wir unterschrieben einen Vertrag über den weltweiten Vertrieb unseres Gerätes "Miniter".

Siemens hat dann mit dem Gerät unseren Markt übernommen und wir, oder besser ich Idiot habe ihm dafür auch noch billig die Geräte hergestellt.

Denn von "weltweit": keine Spur.

Als ich das dann vor dem Landgericht München einklagen wollte, begrüßte mich der Richter mit "Was wollen Sie eigentlich?" und der Beisitzer (kein Witz) schlief während der Verhandlung ein.

Sagen Sie ruhig, ich wäre, dumm wie ich bin, denen aufgesessen. Ich antworte Ihnen was ich schon Erich Böhme geantwortet habe: "Auch da wollte mich Siemens betrügen." Und ich füge aus rechtlichen Gründen hinzu: In meiner Wahrnehmung.

Im Ergebnis hatte ich so die Schulden meines Bruders aus dem Mittenwald - Fiasko  bezahlt, meine große Tochter hatte, um die Firma zu übernehmen, studiert und das Schicksal Jahr 2008 konnte beginnen.

Michael Maresch

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