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Die am 24. Oktober 1945 in Kraft getretene Charta der Vereinten Nationen enthält in der Präambel die Formel:WIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN (SIND) FEST ENTSCHLOSSEN, KÜNFTIGE GESCHLECHTER VOR DER GEISSEL DES KRIEGES ZU BEWAHREN, DIE ZWEIMAL ZU UNSEREN LEBZEITEN UNSAGBARES LEID ÜBER DIE MENSCHEIT GEBRACHT HAT… Was ist 70 Jahre später daraus geworden? Wir haben die „Hölle auf Erden“. Nicht enden wollende Flüchtlingsströme umkreisen den Erdball. Die Rüstungsindustrie feiert Waffenexportorgien. Die ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates – der eher die Bezeichnung „Welt-Katastrophen-Rat“ verdient hat – sind die größten Waffenexporteure der Welt. Der Weltfrieden ist weiter entfernt als 1945. Nun hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 25. September 2015 beschlossen, die Zukunftsplanung der Menschheit auf einer aus 17 Punkten bestehenden Liste „Die Ziele nachhaltiger Entwicklung“  aufzubauen. Die Abschaffung des Krieges befindet sich nicht auf dieser Zielliste – vermutlich eine unauffällige Verneigung vor der Rüstungsindustrie. Es kann jedoch ohne Übertreibung gesagt werden, dass diese Liste sich in Makulatur verwandeln wird, bevor die 17 Ziele erreicht werden, wenn der Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten nicht zuvor abgeschafft worden ist. Unter welchen Voraussetzungen kann dieses Werk überhaupt gelingen? Zunächst einmal muss eine Autorität her, der sich kraft Weltgesetzgebung Streithähne zu fügen haben. Dann muss ein Verfahren her, welches die Autorität anwendet, um den Konflikt zu lösen. Als nächstes muss eine Instanz her, die die Umsetzung der Konfliktlösung überwacht und bei festgestelltem Bruch der Vereinbarung Klage erhebt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Schaffung eines Gerichtshofes, der über die Klage ein Urteil fällt. Und schließlich muss eine Exekutive geschaffen werden, die eine Bestrafung dessen durchführt, der die Konfliktlösungsvereinbarung gebrochen hat. Zum krönenden Abschluss ist der internationalen Rüstungsindustrie – die zweifellos eine ganze Menge gegen die Abschaffung der Kriege einzuwenden hat  - eine neue Aufgabe zuzuweisen, damit ihre Arbeitsplätze nicht verloren gehen, z.B. die Umrüstung der Fließbänder für die Produktion von 70 Millionen Fertighäusern mit Strom – und Wasseranschlüssen für 70 Millionen Flüchtlinge in der Welt. Das Buch „Zwanzig Appelle eines Zornigen an die Welt“ des Autors Otfried Schrot enthält ein gebrauchsfertiges Verfahren zur gewaltlosen Lösung von Konflikten. Mit seiner Hilfe hätte sich der Streit um die Flüchtlingsquoten in Europa während einer  gemütlichen  Kaffeestunde lösen lassen können. Aber was soll man dazu sagen? Antwort: die leisen Stimmen der Weisen werden übertönt vom Lärm der Ignoranten.

Otfried Schrot

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