Steuermoral: ein Auslaufmodell? - QR Code Friendly
Was unterscheidet Dumpinglöhner, Leiharbeiter, Hartz-IV-Aufstocker, Hartz-IV-Empfänger, Rentner und obdachlose Menschen in Puncto Steuerzahlung von in Deutschland agierenden multinationalen Konzernen mit Milliardengewinnen wie z. B. Google, Amazon, Starbucks, eBay, Apple und Microsoft?

Nichts. Alle zahlen in Deutschland kaum oder gar keine Steuern. Das nennt sich in unserer sog. Leistungsgesellschaft "soziale Gerechtigkeit": die starken Schultern müssen mehr tragen als die schwachen. Denkste - im Rahmen der Steuervermeidung nutzen reiche Unternehmen in Deutschland völlig legale Steuerschlupflöcher und Steuersparmodelle von internationalen Steuerberatungsgesellschaften. Dadurch entsteht dem deutschen Staat ein jährlicher Schaden von ca. 137 Milliarden Euro, der natürlich bei "Otto-Normalverbraucher" wieder eingespart werden muss. Denn die deutsche Schuldenuhr tickt unaufhörlich weiter. Sie zeigt mittlerweile 2,131 Billionen Euro Staatsverschuldung an.

Was nutzt es da, wenn die SPD und DIE LINKE Steuererhöhungen für Reiche und für reiche Unternehmen fordern? Oder Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) gar mit der Kavallerie gegen Steuerhinterzieher und gegen Steueroasen in den Dritten Weltkrieg ziehen will? Erst einmal müssen die vielen nationalen Steuerschlupflöcher - sprich das Loch in der Mauer - beseitigt werden, damit eine Steuer- und Republikflucht in internationale Steuerparadiese mit Niedrigststeuersätzen systematisch eingedämmt werden kann.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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