Whistleblowing im Finanzwesen (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Frankfurter Rundschau vom 07.12.2013, Leserbriefseite, Titel: "Der Preis der Verantwortung" und Berliner Kurier vom 09.12.2013, laut genios.de, Weiteres nicht bekannt
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Whistleblowing im Finanzwesen. Wer hat`s erfunden? Die Schweizer. So wird die Schweizer UBS-Bank nicht bestraft, weil sie die Kartellwächter auf Zinsmanipulationen beim japanischen Tibor aufmerksam gemacht hat. Schlechter erging es dagegen der Deutschen Bank, Barclays, der Royal Bank of Scotland, der Citygroup, JP Morgan und der Societe Generale. Sie müssen wegen Zinsmanipulationen z. B. beim Libor, dem Euribor und dem japanischen Tibor Rekordbußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro an die EU in Brüssel zahlen.

Whistleblowing im Finanzwesen. Wer hat`s erfunden? Die Schweizer. So verkaufen Schweizer Banker gegen Zahlung von Millionen Euro mit Vorliebe Steuer-CD`s an deutsche Finanzämter, die sich über die Enthüllung von deutschen Steuersündern und zusätzlichen Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe gerade zur Weihnachtszeit besonders freuen.

Whistleblowing über unrechtmäßige, massenhafte Ausspähungen von Millionen unschuldiger Bürger am Tefefon und Handy und im Internet sind dagegen z. B. bei den britischen und US-amerikanischen Geheimdiensten und ihren Administrationen absolutes Tabu. Wer hat`s erfunden? Heutzutage dominieren und beeinflussen Whistleblower wie z. B. Julian Assange, Edward Snowden, Chelsea Manning und Paolo Gabriele das Weltgeschehen, in dem sie geheime Dokumente allgemein verfügbar machen. Sie handeln meist uneigennützig und moralistisch und wollen auf Verbrechen und Verstöße von Staaten und Organisationen gegen internationales Recht wie z. B. Kriegsverbrechen, Korruption, Missmanagement, Günstlingswirtschaft, Lobbyismus, Lügen und Wirtschaftsspionage aufmerksam machen. Damit drohen ihnen Gefängnisstrafen, weil sie von den vermeintlich Geschädigten als Verräter angesehen werden.

Aber warum wird Whistleblowing im Finanzwesen belohnt und Whistleblowing bei den Geheimdiensten, in der Armee, in der Wirtschaft, in der Kirche und in der Politik zum Teil sehr hart bestraft? Dabei braucht unsere Welt nicht weniger, sondern mehr Transparenz, um sozial gerechter und menschlicher zu werden. Viele Whistleblower braucht die Welt - Freiheit für die Whistleblower!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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