Quo vadis, Bergoglio-Papst? - QR Code Friendly
In der Capella Sistina unter den Fresken und Pornobildern eines gewissen Michelangelo wählten die Herren Kardinäle Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus. Jetzt brütet die katholische Kirche über den Ergebnissen einer Vatikan-Umfrage zur Ehe und Sexualmoral, die sie eigentlich bereits seit dem Ausbruch der sexuellen Revolution vor ca. 50 Jahren kennen müsste. Gläubige und nichtgläubige Menschen halten nämlich außerehelichen Geschlechtsverkehr, freie Liebe und den Gebrauch von Empfängnisverhütungsmitteln und der Abtreibungspille für moralisch gerechtfertigt und für das Normalste auf der Welt. Sie wehren sich außerdem vehement gegen kirchliche Bevormundung und die Ausgrenzung, Diskriminierung und Ächtung von wiederverheiratet Geschiedenen und homosexuellen Menschen. Zu Recht laufen der katholischen Kirche bis heute ihre Mitglieder und Schafe in Scharen davon oder ignorieren einfach deren Verhaltensvorschriften in Bezug auf die Sexualmoral. Kann denn Liebe Sünde sein? Mitnichten!

Übrigens, alles begann mit der verhängnisvollen Pillenenzyklika "Humanae Vitae" von Papst Paul VI. im Jahre 1968. Es war die kirchliche Konterrevolution als Antwort auf die Erfindung der Antibabypille und die zwingend folgende sexuelle Revolution der 60-iger Jahre. An der gescheiterten Konterrevolution krankt die katholische Kirche noch heute. Hier rächt sich, dass Ehe und Sexualmoral auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) als Tabuthema angesehen wurden und nicht behandelt werden durften, obwohl der Theologe und damalige Konzilsberater, Prof. Dr. Hans Küng, schon damals darüber diskutieren und entscheiden lassen wollte. 50 Jahre danach zeigt sich das ganze Dilemma. Die katholische Kirche wird nicht mehr für voll genommen und die diesbezüglichen Lösungsansätze von Prof. Küng wurden stets verworfen und abgelehnt. Unter anderem auch deshalb wurde Hans Küng im Jahr 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Vatikan-Umfrage hin oder her. Wie lange müssen wir Christen jetzt noch auf ein Feedback aus dem Vatikan warten? Ist Papst Franziskus der Reformer, auf den die Welt gewartet hat, oder sitzt auch er die Probleme der Kirche mit der sexuellen Lust und der körperlichen Liebe wieder nur aus wie viele seiner Vorgänger?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Roland Klose 2014-02-05 07:47
Drei Fragen aus dem Beicht- und Gewissensspiegel der katholischen Kirche aus den 60-iger Jahren verfolgen mich bis heute: "Haben Sie Unkeusches getan? Allein? Oder mit Anderen?"

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