Nelliusstraße wird umbenannt - QR Code Friendly
Erst einmal meinen herzlichen Glückwunsch zur Umbenennung der Nelliusstraße in 59846 Sundern-Hachen/Sauerland. Warum? Sie haben sich der NS-Vergangenheit gestellt und daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen. Wir in 57392 Schmallenberg/Hochsauerland sind leider noch lange nicht so weit. Dem Schmallenberger Stadtrat und dem Schmallenberger Bürgermeister, Bernhard Halbe (CDU), liegt bisher lediglich mein Antrag vor, die Christine-Koch-Straße und die Christine-Koch-Schule in Schmallenberg in Hans-Frankenthal-Straße und Hans-Frankenthal-Schule umzubenennen. Übrigens, Georg Nellius vertonte Gedichte von Christine Koch, und die sog. Blut-und-Boden-Dichterin Josefa Berens-Totenohl war eine sehr enge Freundin von Christine Koch. Eine Entscheidung über meinen Antrag soll frühestens nach der NRW-Kommunalwahl am 25. Mai 2014 im neu zusammen gesetzten Fachausschuss für Kultur fallen.

Hans Frankenthal (1926-99) war der letzte in Schmallenberg lebende Bürger jüdischen Glaubens. Im krassen Gegensatz zu der Heimatdichterin und NS-Mitläuferin Christine Koch (1869-1951) hat Hans Frankenthal auch in schwierigen nationalsozialistischen Zeiten Flagge gezeigt. Er hat sich nicht unterkriegen lassen und ist nach dem Überleben im KZ Auschwitz-Monowitz, im KZ Theresienstadt und des Todesmarsches nach dem Zweiten Weltkrieg in seine Heimatstadt Schmallenberg zurückgekehrt. In Schmallenberg, im internationalen Auschwitz-Komitee, als Gastredner an Schulen, Zeitzeuge und Schriftsteller, zuletzt mit zweitem Wohnsitz in Dortmund gemeldet, hat er maßgeblich, konsequent und resolut an der Aufklärung, Bewältigung und Verarbeitung der deutschen NS-Vergangenheit und seiner eigenen Lebensgeschichte gearbeitet. Davon zeugt sein Buch: Verweigerte Rückkehr - Erfahrungen nach dem Judenmord. Das prädestiniert Hans Frankenthal als Vorbild für unsere Jugend.

Christine Koch, bis 1936 nachweislich auch in Gedichten eine glühende Verehrerin Adolf Hitlers und noch 1943 von den Nazis mit dem Westfälischen Literaturpreis ausgezeichnet, hat dagegen zu den Verbrechen der Nationalsozialisten stets geschwiegen. In Zeiten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) disqualifiziert sich Christine Koch damit selber - insbesondere als Namensgeberin für die Hauptschule in Schmallenberg und als Vorbild für die Schüler.

Nähere Informationen zu meinem o. a. Antrag und dem Internet-Abstimmungsergebnis entnehmen Sie bitte folgendem u. a. Link:

www.sauerlandkurier.de/politik/kein-aktueller-grund-zur-diskussion/

Roland Klose, Bad Fredeburg
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