Der Letzte macht das Ewige Licht aus! - QR Code Friendly
"Individualisierung, Pluralisierung und Säkularisierung sind Gründe für die Austrittswelle aus der katholischen Kirche", sagte Erzbischof Reinhard Kardinal Marx zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda.

Falsch, Herr Kardinal. Der Klerus als Vorbild für die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, hat ausgedient. So sagte bereits Jesus zu den Hohenpriestern in Mt 21, 31: "Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr." Die gläubigen Christen stoßen sich daran, dass Priester, Bischöfe und Kardinäle in unserer Zeit Jungen und Mädchen sexuell missbrauchen, Geschlechtsverkehr mit Frauen haben, ohne das Sakrament der Ehe empfangen zu haben, in Reichtum leben und die Einnahmen aus der Kirchensteuer sinnlos verprassen.

Dieselben Priester, Bischöfe und Kardinäle predigen uns gläubigen Christen aber etwas ganz Anderes: Homosexualität ist Todsünde, Geschlechtsverkehr vor der Ehe, der Gebrauch von Empfängnisverhütungsmitteln und Abtreibung sind verboten, wiederverheiratet Geschiedene dürfen nicht zur Kommunion und nicht in einer kirchlichen Institution arbeiten. Wasser predigen und selber Wein trinken? Diese Doppelmoral des Klerus veranlasst die gläubigen und maßlos enttäuschten Christen dazu, die katholische Kirche zu verlassen.

Wenn ich dagegen die Kirche in Deutschland und die Performance unseres Papstes Franziskus betrachte, dann verstehe ich den Klerus erst recht nicht. Spricht Franziskus doch von einer Kirche der Armen und einer Kirche der Sünder. Genauso wie Jesus von Nazareth, der dem Verräter Judas noch nicht einmal die Kommunion beim Letzten Abendmahl verweigerte.

Aber Kardinal Marx will die Austrittswelle aus der katholischen Kirche ja mit guter Arbeit stoppen. Seine Botschaft lautet: "Wir sind für Euch da - Tag und Nacht." In meinen Augen vollkommen an der Realität vorbei. Denn, der Kirche fehlen viel zu viele Arbeiter im Weinberg des Herrn wegen des Pflichtzölibats für Priester. Aktive Seelsorge und den vielen verlorenen Schafen hinterher laufen, ist daher unmöglich.

Deshalb erwarte ich von der Bischofssynode vom 05.-19.10.2014 in Rom auch rein gar nichts. Die katholische Kirche hat sich insbesondere bezüglich Ehe, Familie und Sexualmoral trotz der Mahnungen und der vielen Vorschläge von Prof. Dr. Hans Küng 50 Jahre lang nicht bewegt. Warum soll das auf einmal anders werden. Diese Streitthemen wird die Kirche sicher erst entscheiden, wenn der letzte gläubige Christ in der Kirche das Ewige Licht ausmacht. Übrigens, wenn bei einem derartigen Reformstau unsere Politiker genauso langsam arbeiten würden wie unser Klerus, wir hätten sie schon längst alle zum Teufel gejagt!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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