Stadtentwicklung jetzt und nicht erst 2030! - QR Code Friendly
Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man einen Arbeitskreis - oder man gibt wie der Schmallenberger Bürgermeister Bernhard Halbe ein Gutachten in Auftrag für ein Stadtentwicklungskonzept 2030. Dabei kennt jeder Bürger Schmallenbergs mittlerweile die Problematik und den Teufelskreis: unattraktiver Einzelhandel = keine Kaufkraftbindung in Schmallenberg und Bad Fredeburg = unattraktive Innenstädte. Die Folgen: Abwanderung und verstärkter demographischer Wandel in Schmallenberg und damit verbundener Fachkräftemangel in Schmallenbergs Betrieben.

Amazon & Co. sind unter anderem der Grund dafür, warum unsere Innenstädte zusehends veröden und der Einzelhandel immer mehr unter dem Online-Handel leidet. Leer stehende Geschäfte wie nach dem Goldrausch kennzeichnen oft das Stadtbild einstmals blühender Kleinstädte. Warum? Menschen sitzen bequem vor ihrem PC, suchen im Internet nach hochwertigen Waren zum kleinstmöglichen Preis und bestellen mit einem Klick zur Lieferung nach Hause. Sogar Lebensmittel und mögliche Lebenspartner werden mittlerweile auf diesem Wege geordert. Dafür muss der Verbraucher noch nicht einmal das Haus verlassen. Die Nachteile für unsere Gesellschaft sind prägnant und alarmierend: der Einzelhandel mit seiner persönlichen Beratung stirbt den Tod auf Raten in unseren Innenstädten, die zwischenmenschliche Kommunikation findet fast nur noch über Smartphone, Internetforen, WhatsApp, eMail, SMS etc. statt und unzählige Just-In-Time-Kurierfahrten im Auftrag der Online-Händler samt sinnloser Umtauschaktionen verschmutzen und belasten unsere Umwelt im Alltag zusätzlich mit schädlichem CO2.

Dabei zahlt z. B. der Online-Händler Amazon in Deutschland kaum Steuern. Damit muss nun endlich Schluss sein. Wenn es nach mir geht, dann sollten der Einzelhandel in Deutschland und damit unsere Innenstädte nachhaltig gestärkt werden. Wie? Der Online-Handel sollte mit 29 statt mit 19% Mehrwertsteuer belegt werden. Vielleicht hat das ja Einfluss auf das Kaufverhalten der Menschen. Darum sollte sich die Kommunalpolitik in Schmallenberg in enger Zusammenarbeit mit unseren Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (CDU) und Dirk Wiese (SPD) kümmern. Ein attraktiver Einzelhandel und eine touristisch attraktive Stadt Schmallenberg stärken diese auch finanziell. Dann brauchte der Stadtrat nicht laufend die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer, der Wasser- und Müllabgaben und die Erhöhung der Straßenbaubeiträge für die Bürger Schmallenbergs zu beschließen. Ran an die Arbeit!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Alois Sepp 2014-12-02 21:11
Genau richtig festgestellt!

Ja, die höhere Mehrwertsteuer auf Onlinehandel wäre eine Möglichkeit. Die andere und wichtigere wäre allerdings, dass sich die Einzelhandelsgeschäfte und Kaufhäuser wieder darauf besinnen, Fachkräfte einzustellen, sowie den Mitarbeitern allgemein, ordentliche Arbeitsverträge bieten.
Solange man in vielen Geschäften so wenig fachliche Auskunft und Beratung bekommt, kann man die Ware mit dem gleichen Effekt auch schicken lassen.

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