Nikolaus II. und Wladimir Putin - QR Code Friendly
Ein Merkmal der Innenpolitik war die ungeheure Verweigerung des Zaren Nikolaus II. gegenüber politischen und sozialen Reformen in Russland, deren es um die Jahrhundertwende dringend bedurft hätte. Nikolaus bekämpfte vielmehr die Modernisierung Russlands und hielt an den überkommenen, halbfeudalen Verhältnissen in seinem rückständigen Land fest, anstatt es auf den Weg der Entwicklung zu führen. Politische Opposition wurde von Nikolaus II. brutal unterdrückt. Die Geheimpolizei Ochrana verfolgte politische Gegner und verbannte diese in die sibirischen Arbeitslager.

2014 steht ein anderer Diktator und neuer Zar Russlands am Scheideweg. Wladimir Putin hat sein Russland an den Rand des Abgrunds geführt. Durch die Krim- und Ukraine-Krise und den Krieg russischer Separatisten in der Ostukraine ist Putin außenpolitisch vollkommen isoliert worden und innenpolitisch unter Druck geraten. Die Wirtschaftssanktionen des Westens behindern die Modernisierung Russlands und haben in einer globalisierten Welt zu einem Rubel- und Börsenabsturz geführt. Und der Verfall des Öl- und Gaspreises hat Russland mittlerweile in eine Wirtschaftskrise gestürzt.

Was machen Diktatoren und Zaren, wenn sie sich politisch im eigenen Land in die Enge gedrängt fühlen? Sie werden außenpolitisch gesehen immer unberechenbarer und gefährlicher, weil sie um den Machtverlust fürchten. Zar Nikolaus II. führte Russland damals in den Ersten Weltkrieg. Und was macht der russische Bär Putin? Wenn es nicht bald eine gemeinsame Lösung in der Ukraine-Frage gibt, dann wird er sich wohl auf dem Schlachtfeld die ganze Ukraine holen, um so von den innenpolitischen Problemen Russlands abzulenken.

Roland Klose, Bad Fredeburg
Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))