Kultur verteidigen! - QR Code Friendly
Die ISIS vernichtete vor kurzem die einzigartige Kulturstätte von Nimrud bei Mossul/Nordirak, weil Götterbilder und Heiligengräber verboten seien, da nichts außer Allah angebetet werden dürfe. Deshalb ist es nicht richtig, wenn wir die ISIS einfach als Terror-Organisation einstufen. Immerhin ist seit Mai 2010 ein promovierter Doktor der islamischen Theologie, Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer der dschihadistisch-salafistischen Organisation ISIS. Und den radikalen Islam können wir genauso wenig von dem fortschrittlichen Islam trennen, wenn es ihn überhaupt gibt, wie im Christentum den reformatorischen und aufgeklärten Protestantismus vom konservativen Katholizismus. Daher ist der ISIS-Krieg gegen die sog. Ungläubigen und gegen die eigenen Glaubensbrüder vergleichbar mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48), als sich Protestanten und Katholiken ebenfalls kriegerisch gegenüber standen.

Wir in Deutschland dürfen uns keineswegs von der ISIS einschüchtern lassen wie z. B. im Kölner Karneval, als ein Rosenmontagswagen mit einem bewaffneten Islamisten zurück gezogen wurde. Wir müssen unsere Karnevalskultur tapfer verteidigen, weil es sie ansonsten nicht mehr gibt: Kein Kölner Frohsinn, kein Kölner Klüngel, kein Kölner Dom und kein Komasaufen und -bumsen bis Aschermittwoch. Der radikale Muslim will uns zum Weinen bringen. Aber der Kölner ist schon immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Damals als jüdische Karnevalisten ausgeschlossen wurden und die "Braunen Funken" an die Macht kamen. Die Erinnerung kann ein Schloss oder ein Kerker für die Menschen sein.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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