Die Kirche hat zu viel Geld! - QR Code Friendly
Der Leiter des Pastoralen Raumes Schmallenberg-Eslohe, Herr Dechant Georg Schröder aus 57392 Schmallenberg, und Herr Hans Robert Schrewe aus Schmallenberg-Grafschaft dürfen über die Verwendung von 350,4 Millionen Euro an Kirchensteuern im Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn mitentscheiden.

Übrigens, die Kirchensteuer wurde erstmalig in Deutschland im Jahr 1827 in Lippe-Detmold eingeführt. 1934 führten die Nazis den Kirchensteuereinzug durch den Arbeitgeber als "staatliche" Aufgabe zum 01.01.1935 ein. Die Lohnsteuerkarte wurde damals um den Eintrag "Konfession" erweitert. Im Haushaltsplan 2014 des Erzbistums Paderborn (siehe: http://www.erzbistum-paderborn.de/medien/19701/original/487/140123-HH-Plan.pdf) macht die Kirchensteuer ca. 70% aller Erträge aus. Weitere große Posten im Haushaltsplan 2014 sind unter anderem folgende u. a. Erträge:

Mieterträge, Pachtzinsen aus Grundstücken, Erbbauzinsen, Erträge aus Beteiligungen und Wertpapiersondervermögen und sonstige Zinserträge in Höhe von Euro 62.939.284 Millionen,

Zuschüsse von Bund, Land, Kreisen und Kommunen für den Bau, die Betreibung und die Renovierung von Kirchen, Krankenhäusern, Kindergärten, Kitas etc. in Höhe von Euro 52.193.471 Millionen,

Pfarrbesoldungszuschüsse, Erlöse aus Personalerstattungen und Staatsdotationen aufgrund der Napoleonischen Säkularisierung von 1803 in Höhe von Euro 10.743.549 Millionen.

Im Haushaltsplan für 2014 geht das Erzbistum Paderborn von einem Jahresgewinn von Euro 36.925.291,55 Millionen aus. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass sich das Erzbistum Paderborn über den demographischen Wandel und die Anzahl der Kirchenaustritte in Deutschland sorgt, weil dies kurz- und mittelfristig einen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen bedeutet.

Trotzdem stelle ich mir bei all diesen relevanten Zahlen die Frage: "Ist das die sog. "Kirche der Armen", von der Papst Franziskus träumt?" Nein, natürlich nicht. Zwei Zitate sollen dies beweisen:

"Kirche ... neigt ... dazu, einmal erworbenes Gut und erworbene Positionen zu verteidigen. Die Fähigkeit zu Selbstbescheidung und Selbstbeschneidung ist nicht in der richtigen Weise entwickelt (Joseph Kardinal Ratzinger in dem Buch "Salz der Erde", Stuttgart 1996, Seite 185)."

"Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld (Joseph Kardinal Ratzinger in einem Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann, zitiert nach Die Welt vom 29.09.2011)."

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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