Draghis Femen - QR Code Friendly
Der Turmbau zu Babel (vgl. Gen 11, 1-9 EU) ist zusammen mit der babylonischen Sprachverwirrung trotz ihres geringen Umfangs von nur neun Versen eine der bekanntesten bilblischen Erzählungen des Alten Testaments. Theologen werten das Turmbau-Vorhaben als Versuch der Menschheit, Gott gleichzukommen. Wegen dieser Selbstüberhebung bringt Gott den Turmbau unblutig zum Stillstand, indem er durch ein Wunder eine Sprachverwirrung hervorruft, welche wegen unüberwindbarer Verständigungsschwierigkeiten zur Aufgabe des Projektes zwingt und die daran Bauenden aus dem gleichen Grunde über die ganze Erde zerstreut. (vgl. Gen 11, 7-8 EU).

Der Turmbau zu Babel und der 185 m hohe und 1,3 Milliarden Euro teure Turm des Anstoßes der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt am Main haben vieles gemeinsam. Seinen Chef, Mario Draghi, sehen wir deshalb diese Tage verstört, fast hilflos und in Abwehrfunktion. Warum? Weil nach der Banken- und Staatsschuldenkrise eine Wirtschaftskrise droht? Weil der Anlagenotstand und die niedrigen Zinsen die Spekulation anheizen und eine neue Finanzblase zu platzen droht? Weil die EU-Sprachverwirrung über die richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Eurokrise durch den ESM, die europäische Bankenkontrolle, die Troika, Merkels Austeritätspolitik, mögliche Marshallplanhilfe für die maroden Euro-Südstaaten, fast unbegrenzten Ankauf von EU-Staatsanleihen und die sintflutartige Überschwemmung der Eurozone mit billigen Euros den EZB-Turm des Finanzfaschismus zum Einsturz bringen kann? Weil das Euro-Projekt und die EZB-Diktatur zu scheitern drohen und eine Abwrackprämie für den neuen EZB-Turm ausgesetzt wurde?

Nein, alles falsch. Der Grund für Mario Draghis depressive und posttraumatische Verstörtheit sind die Femen. Sie hatten nämlich aus seinen frisch gedruckten, neuen billigen Euros Konfetti gemacht und ihn damit auf das Heftigste attackiert. Der Anblick von nackten Brüsten blieb ihm Gottseidank erspart. Stirbt der Euro den Heldentod in Mainhattan? Oder hat er wie eine Katze sieben Leben. Vive la Euro!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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