RefugeesGate (3x gedruckt) - QR Code Friendly
AZ München vom 03.09.2015, Seite 30, Haupttitel "Gute Nacht Europa!", Titel "Der neue Deutsche", Frankfurter Rundschau vom 03.09.2015, laut genios.de, Titel: "Wir brauchen Leitlinien für die Integration", und Berliner Kurier vom 07.09.2015, laut genios.de, Weiteres nicht bekannt
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

In Budapest skandieren Flüchtlinge "Germany, Germany und Merkel" wie auf einer Wahlkampfveranstaltung der CDU, als sie sich auf den Weg in das gelobte Land Deutschland machen. Am Münchner Hauptbahnhof angekommen schwappt fast 3.000 Flüchtlingen an einem einzigen Tag eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen und ein herzliches Willkommen. Das Bild vom sog. "hässlichen Deutschen" des Zweiten Weltkriegs gehört damit endgültig der Vergangenheit an. An dessen Stelle könnte das Bild des freundlichen Deutschen mit Rettungsschirm für die Flüchtlinge dieser Welt treten. 25 Jahre nach der friedlichen deutschen Wiedervereinigung können wir wieder etwas zurückgeben.

Wenn die Integration der vielen Flüchtlinge in Deutschland dennoch misslingen sollte, dann kann das nur noch an übertriebener deutscher Bürokratie, einer chaotischen Logistik und den wenigen geistigen Brandstiftern und Neonazis liegen. Ganz anders ist die Situation in der Europäischen Union, die 2012 bekanntlich den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte verliehen bekam. Die EU schottet sich vielfach gegen die Flüchtlingsströme ab und kann sich nicht auf eine gemeinsame Flüchtlingsquote verständigen. Z. B. Großbritannien nimmt keine Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien auf. Polen nur 2.500, wenn Brüssel die Kosten übernimmt. Die Slowakei, Tschechien und die baltischen Staaten wollen nur christliche Flüchtlinge aufnehmen, weil sie Muslime fürchten. Ungarn baut einen Zaun gegen Flüchtlinge und winkt sie dann doch alle nach Deutschland durch usw. Die EU ist in der Flüchtlingsfrage und -politik gespalten und droht daran zu zerbrechen. Nach Watergate und Merkels Handygate haben wir es nun in der Europäischen Union mit "RefugeesGate" zu tun, weil viel zu viele EU-Mitgliedstaaten bei Flüchtlingen einfach nur die Escape-Taste drücken. Und an Frieden im Nahen und Mittleren Osten ist auch nicht zu denken. Im Gegenteil - der Krieg gegen die ISIS, Al Qaida, Assad und die Kurden eskaliert dank der Bombardements der USA und der Türkei immer weiter. Gute Nacht, altes Europa, können wir dazu nur sagen.

Roland Klose, Bad Fredeburg
Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))