München ackert und Berlin schläft (gedruckt) - QR Code Friendly
Hamburger Morgenpost vom 14.09.2015, laut genios.de, Titel: "Leitkultur hat nichts mit rechts zu tun"
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Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: "Das Grundrecht auf Asyl kennt keine Obergrenze." Richtig, aber der Bestand an Flüchtlingsheimen, Notunterkünften, Zelten und Wohncontainer für Flüchtlinge kennt sehr wohl eine Obergrenze. Und die ist zumindest in der bayerischen Landeshauptstadt München mittlerweile erreicht. Auch München kann nicht unbegrenzt jeden Tag Refugees in der Größenordnung einer Kleinstadt aufnehmen. Die Kapazitäten und die vielen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer sind erschöpft.

Es wird höchste Zeit, dass die sog. Regierungspolitiker in der EU, im Bund und in den Bundesländern nicht nur staatstragende Reden halten, sondern auch dementsprechend handeln. München stellt nämlich mittlerweile schon sein Prunkstück, die Olympiahalle von 1972, für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung.

Und was macht Bundesmutti Merkel? Halten die Bundestagsabgeordneten, der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin in Berlin den Reichstag, das Schloss Bellevue und das Bundeskanzlerinamt für die Refugees als Schlafplatz bereit? Wer von diesen Politikern hilft aktiv mit, übernimmt sogar Patenschaften für Flüchtlinge und veranstaltet ein sog. Begrüßungsfest für Refugees im Berliner Olympiastadion von 1936 - dem Nazi-Pack zum Trotz? Ein Skandal, kein Politiker mit Rückgrat. Helfen und handeln sollen immer nur die Anderen bis zur physischen und psychischen Erschöpfung. Politiker sind keine Vorbilder, denn Arbeit muss man in ihren Augen lediglich delegieren. Refugees sind eine Chance und nationale Herausforderung, die unser Land nachhaltig verändern wird. Dann, liebe Politiker, plant endlich das Chaos und packt mit an!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# München ackert und Berlin schläftAlois Sepp 2015-09-13 23:36
Absolut richtig ausgedrückt! Die Schlafwagengesellschaft des gesamten Bundeshauses vergeht sich lieber in großschnäuzigen Reden, aber nur solange die Presse dabei ist, versteht sich- um der "Publicity" Willen. Probleme anpacken ist in Berlin doch ein Fremdwort! Nachdem augenscheinlich bei den Plenarsitzungen meist gähnende Leere im Bundeshaus vorherrscht, könnte man doch auch die Asylos unterbringen. Hätte einen Vorteil, sie würden vielleicht schneller "deutsch" lernen.

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