VW:
Saarbrücker Zeitung vom 29.09.2015, Leserbriefseite, Titel: "Führungsetage kann nicht unwissend sein"
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Die illegalen VW-Abgasmanipulationen per Bosch-Software haben die Marke VW und das "Made in Germany" schwer beschädigt und in ein "Manipulate in Germany" gewandelt. Als verantwortlicher VW-VV ist deshalb Martin Winterkorn zurück getreten, der von 1978-81 selbst als Leiter der Kältemittelverdichter-Entwicklungsgruppe "Stoffe und Verfahren" bei der Robert Bosch GmbH und der Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH tätig war. Ist es daher glaubhaft, dass Winterkorn nichts von den VW-Abgasmanipulationen seit dem Jahr 2007 gewusst hat? In meinen Augen unvorstellbar. Warum?

Ich war als Einkäufer und Leiter Materialwirtschaft in einem mittelständischen Industrieunternehmen beschäftigt. Wenn mich in der Funktion als technischer VW-Einkäufer z. B. mein Lieferant Bosch darauf aufmerksam gemacht hätte, die besagte Bosch-Software wäre nur für Abgastests zulässig und ließe keinen serienmäßigen Einbau in PKW zum Zwecke der gezielten Abgasmanipulation zu, weil das gesetzeswidrig wäre, dann hätten bei mir sofort sämtliche Alarmglocken geläutet.

Deshalb hätte ich auf gar keinen Fall die Bosch-Software für die Serienproduktion auf eigene Kappe bestellt, selbst wenn dies die Entwicklungsabteilung ausdrücklich vorgeschrieben und freigegeben hätte. Vielmehr hätte ich mir schriftlich vom Vorstand und Aufsichtsrat dafür Rückendeckung geholt.

Unbegreiflich also, dass Vorstand und Aufsichtsrat nichts gewusst haben wollen. Noch paradoxer ist es, mit der Aufklärung der VW-Abgasaffäre ein externes amerikanisches Unternehmen zu beauftragen. Wenn die VW-Abgasaffäre nicht im eigenen Hause aufgeklärt werden kann oder soll, dann muss es sich bei VW um eine sog. "Kellerfirma" handeln, die ständig im Dunklen tappt. Frei nach dem Motto: "...denn sie wissen nicht, was sie tun (James Dean-Film von 1955)."

Roland Klose, Bad Fredeburg
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