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AZ vom 27./28.10.2012, Seite IV, Titel "Pfründewirtschaft"
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Die Wahlphilosophie der Parlamentskandidaten besteht einfach darin, dass sie ihrer linken Hand erlauben, nicht zu wissen, was ihre rechte tut. Und so waschen sie beide Hände in Unschuld. Dieses Zitat von Karl Marx (1818-83) beschreibt in zutreffender Art und Weise die Intentionen der im Deutschen Bundestag sitzenden Volksvertreter und ihrer Parteien bei der notwendigen Reform des Wahlrechts. Hier (Die AZ dichtet: "Bei der Reform") steht nicht das Volksinteresse im Vordergrund, sondern die Parteiräson. Ziel ist es dabei, mit so vielen Mandaten wie möglich politischen Einfluss, Macht und gute Pfründe zu haben - ganz gleich, ob es sich dabei um Überhang- oder Ausgleichsmandate handelt.

Die Prinzipien des Lean Managements, welche für eine schlanke und effiziente Führung in der Wirtschaft und somit auch für die stetige Verkleinerung des Wasserkopf-Beamtenapparats bei wünschenswertem Bürokratieabbau und demographisch bedingter sinkender Bevölkerung in Deutschland gelten sollen, werden bei der Anzahl und Menge der Abgeordneten im Deutschen Bundestag völlig außer Acht gelassen. Hier verhält sich ein Mehr an Abgeordneten und damit verbundener Unterhaltszahlungen (Diäten) umgekehrt proportional zu einem Weniger an Glaubwürdigkeit, Entscheidungsfähigkeit und erforderlicher Anwesenheit bei politischen Auseinandersetzungen. Quo vadis, Deutscher Bundestag?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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