Die Widersprüche der Kirche an Ostern (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Westfalenpost und Westfälische Rundschau vom ??.04.2016, Seite 2, Weiteres nicht bekannt
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Der katholische Leiter des Pastoralen Raumes Schmallenberg-Eslohe, Herr Pfarrer Georg Schröder, jammert über die mangelnde Anerkennung für christliche Feste und ärgert sich diesbezüglich über den Trödelmarkt vor der Schmallenberger Stadthalle, der von Karsamstag bis Ostermontag dort stattgefunden hatte.

Statt sich auf Jammern und Wehklagen zu beschränken, sollte Herr Schröder lieber Ursachenforschung betreiben. Warum ist das so und warum ist in Pastor Schröders Gemeinde St. Alexander Schmallenberg der Kirchenbesuch zuletzt dramatisch auf nur noch 8,71% und in seiner alten Gemeinde St. Georg Bad Fredeburg auf nur noch 12,6% gesunken?

Für den Niedergang der katholischen Kirche im 21. Jahrhundert gibt es viele Gründe. So verlieren sich die Schafe mittlerweile in der Größe des Pastoralen Raumes, leiden unter dem zunehmenden Priester- und Seelsorgemangel und der Tatsache, dass zwar jede Gemeinde eine eigene Kirche besitzt, aber dort immer seltener Hl. Messen stattfinden. So wurde z. B. in St. Georg Bad Fredeburg am Ostersonntag, dem höchsten Feiertag der Katholiken, keine Hl. Messe angeboten, sondern nur eine Wort-Gottes-Feier - zelebriert von einem Laien.

Deshalb brauchen wir uns über die mangelnde Anerkennung für christliche Feste nicht zu wundern. Außerdem ist die katholische Kirche im Laufe der Zeit immer widersprüchlicher und unglaubwürdiger geworden, was in unserer Gesellschaft zu Vertrauensverlust und schwindendem Einfluss auf politische Prozesse und Entscheidungen geführt hat. Hier einige Erklärungsversuche:

1.) Die katholische Kirche predigt die Unauflösbarkeit der Ehe. Gleichzeitig hat sie im Laufe der Geschichte immer mehr Schismen verursacht. Die Scheidung von der orthodoxen Kirche währt schon über 1000 Jahre, die von den reformatorischen protestantischen Kirche fast 500 Jahre. Wie kann ich Ehescheidungen und die Wiederverheiratung geschiedener Menschen ernsthaft verurteilen und sanktionieren, wenn ich die Wiedervereinigung aller christlichen Kirchen einfach nicht hinbekomme?

2.) Die Sexualmoral der katholischen Kirche verurteilt unter anderem Sex vor der Ehe, künstliche Empfängnisverhütung, Homosexualität und die sog. "wilde Ehe". Gleichzeitig gibt es auch Homosexualität und sexuellen Kindesmissbrauch von Priestern. Die katholische Kirche zahlt sogar Unterhalt für Kinder, die unter dem Deckmantel des Pflichtzölibats von Priestern in "wilder Ehe" gezeugt wurden.

3.) Papst Franziskus will zurecht die sog. "Kirche der Armen" verwirklichen. Gleichzeitig schwelgt insbesondere die Kirche in Deutschland in Reichtum. So besitzt das Erzbistum Paderborn ein Vermögen von rund vier Milliarden Euro an Wertpapieren und Immobilienbesitz. Und die Römische Kurie verschwendet das Vermögen der Kirche, weshalb sie von Papst Franziskus unter Finanzaufsicht gestellt wurde (Quelle: Gianluigi Nuzzi - Alles muss ans Licht).

Darüber sollen und müssen wir uns als katholische Christen ärgern - und nicht über den Trödel an Feiertagen. Wie kann also die Anerkennung für christliche Feste, besonders für das Osterfest, gesteigert werden? Ganz einfach, in dem die katholische Kirche ihre ureigenen Widersprüche endlich aufgibt und durch notwendige Reformen wieder glaubwürdiger wird. Denn, kein Osterglaube und kein Ostern ohne die Auferstehung Jesu Christi und keine Osterfreude ohne den Osterglauben an die eigene Auferstehung - vermittelt durch eine wahrhaft glaubwürdige Kirche.

Warum feiern wir also an Ostern aus Freude über die Auferstehung kein riesiges Osterfest mit z. B. Eierlikör, Osterbowle, Ostertänzen und Ostermärkten? Damit würden wir mit Sicherheit alle Trödelmärkte und alle Frühlingsfeste in den Schatten stellen, oder?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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