Nun liegt es endlich nach jahrelangen Diskussionen vor: das nachsynodale Papstschreiben "Amoris Laetitia" über die Freude der Liebe - innerhalb und außerhalb der Ehe. Doch, wer immer noch die Hoffnung auf Veränderung der katholischen Sexualmoral hatte, der wird wieder einmal sehr enttäuscht sein. Direkt nach Ostern und dem Eiersuchen verdeutlicht das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus auf 189 Seiten am Beispiel des Gleichnisses von der Ehebrecherin (vgl. Joh 7,53 – 8,11) das römische Herumgeeiere unter anderem über Ehebruch, Homosexualität, Wiederverheiratung Geschiedener, Zulassung oder Nichtzulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Hl. Kommunion, künstliche Empfängnisverhütung und sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe das ganze Dilemma der sog. römisch-katholischen Kirche.

"Amoris Laetitia" kann den gläubigen Christen schon die besagte "Freude an der Liebe" verhageln. Kein Wunder, Eunuchen haben nun einmal eine ganz andere Vorstellung von der Liebe als natürliche Menschen. Deshalb haben wiederverheiratet geschiedene, katholische Christen längst entschieden, ob sie zur Hl. Kommunion gehen oder nicht.

Diese Menschen stellen sich, wie "Amoris Laetitia" dies anregt, mit Sicherheit keiner priesterlichen Stasi-Einzelfallprüfung, ob sie moralisch gesehen berechtigt sind, den Leib und das Blut Christi unter den Gestalten von Brot und Wein zu empfangen. Warum auch? Es hat doch ein gewisser Jesus von Nazaret beim Letzten Abendmahl selbst seinem Verräter, dem Apostel Judas Iskariot, die Kommunion nicht verweigert. Und Jesu Christi Vorbild sollen wir doch folgen, oder?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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