Majestätsbeleidigungen in der westlichen und islamischen Kultur - QR Code Friendly
Wenn Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann muslimische Kriegsflüchtlinge für nicht willkommen in Deutschland erachtet und sie unter anderem als "Gelumpe", "Dreckspack" und "Viehzeug" bezeichnet, dann wird ihm vor dem Amtsgericht in Dresden der Prozess wegen Volksverhetzung gemacht. Wenn sich aber das reiche Saudi-Arabien weigert, muslimischen Kriegsflüchtlingen z. B. aus dem Irak und Syrien Asyl zu gewähren, dann liegt es vor allem an Saudi-Arabiens Führungsrolle als Hüter der heiligen Stätten in Mekka und Medina im uralten islamischen Glaubensstreit zwischen z. B. Wahabiten, Sunniten, Schiiten, Salafisten und Aleviten, der von permanenten Beschimpfungen, Anfeindungen und einem Glaubenskrieg wie momentan im Jemen geprägt wird.

Wenn Jan Böhmermann den türkischen Sultan und Staatspräsidenten, Recep Tayyib Erdogan, in einem Schmähgedicht als "pervers, schwul und Ziegenficker" beschimpft, dann ist das Satire und ihm wird wegen "Majestätsbeleidigung" höchstwahrscheinlich der Prozess gemacht. Wenn aber Bundeskanzlerin Angela Merkel von türkischen Medien mit Hitlerbart und in SS-Uniform verunglimpft wird, dann ist Ausdruck der Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit, die an die unrühmliche deutsche Vergangenheit erinnern soll.

Wenn der Prophet Mohammed durch Karikaturen und in Büchern - z. B. von Charlie Hebdo oder durch Salman Rushdie - beleidigt wird, dann ist das zwar auch Satire und in der westlichen Kultur erlaubt, aber in islamisch geprägten Ländern droht trotzdem die Fatwa, das Gottesurteil und die Todesstrafe, vollstreckt von Henkern oder IS-Terroristen.

Nur drei Beispiele, wie Beleidigungen in der westlichen und islamischen Kultur gesehen werden. Es sind zwei Seiten einer Medaille, die trennen, aber überwunden werden müssen, wenn es letztendlich Frieden auf der Welt geben soll.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Würde und BeleidigungOtfried Schrot 2016-04-20 22:20
Das Grundgesetz sagt: die Würde des Menschen ist unantastbar.Das gilt sicher nicht nur für das Handeln der Regierungen, sondern auch für das Handeln der Bürger.Wer zum Instrument der Satire oder der Karikatur greift, um seine Meinung zu äußern,sollte sich vorher über den Inhalt des Artikels 1 des Grundgesetzes seine Gedanken machen,vor allem auch die möglichen Folgen bedenken.Nach der Veröffentlichung kann er sich nicht mehr verstecken, sondern muss die Folgen tragen. Zu dem Foto, lieber Herr Klose, das Sie in Ihren Leserbrief hineinkopiert haben, fällt mir spontan ein Sprichwort ein: "Der Mann hat ein Brett vor dem Kopf!"

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