Erdogan gegen Aghet - QR Code Friendly
Der Satire- und Kulturkampf zwischen Deutschland und der Türkei geht nach der Causa Böhmermann in die 2. Runde. Jetzt hat die Türkei offiziell bei der EU in Brüssel gegen das Konzert und Kunstprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker protestiert, das den osmanischen Genozid, den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts, an dem christlichen Volk der Armenier von 1915-16 zum Thema hat. Armenien war übrigens im Jahre 301 der erste christliche Staat der Welt.

Die Türkei weist den Vorwurf des Genozids an dem armenischen Volk empört und scharf zurück und verlangt von der EU die Einstellung der Förderung des Kunstprojekts "Aghet" in Höhe von Euro 200.000. Die Türkei leugnet damit nach wie vor als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches den bewiesenen historischen Völkermord an den Armenien, der bis zu 1,5 Millionen armenischen Christen das Leben kostete.

Und was macht unsere in der Flüchtlingskrise von der Türkei abhängige Europäische Union in Brüssel? Sie entfernt einen entsprechenden Programmhinweis zu "Aghet" von ihrer Webseite und will allen Ernstes über die Wortwahl "Genozid" mit allen Beteiligten neu diskutieren. Vielleicht einigt man sich ja gütigst mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyib Erdogan statt auf "Genozid" auf den Begriff "unvermeidlicher Kollateralschaden aufgrund des 1. Weltkriegs".

Unfassbar und unbegreiflich, wie sich die EU zum Büttel der Türkei machen lässt, wo doch die Türkei noch gar kein Mitglied der EU ist! Wie soll das erst enden, wenn die Türkei wirklich der EU angehört? Ist das etwa die Türkei, die Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in Gaziantep in den höchsten Tönen gelobt hat? Für mich persönlich steht jedenfalls fest: Die diktatorisch regierte Türkei unter dem Genozid-Leugner, Menschenrechtsverletzer, IS-Geschäftemacher und Kurden-Schlächter Recep Tayyib Erdogan gehört nicht in die EU, sondern in das politische Abseits und muss unbedingt sanktioniert werden.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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