Phoebe und Junia: Diakonos und Apostolos (gedruckt) - QR Code Friendly
FOCUS-Magazin vom 28.05.2016, laut genios.de, Weiteres nicht bekannt


Er ist der mächtigste Mann der Erde und seit seiner Wahl in der Sixtinischen Kapelle vom 13.03.2013 der Pontifex maximus: Papst Franziskus alias Jorge Mario Bergoglio. Der Supergaucho aus Argentinien ist der "Lionel Messi der reinen katholischen Lehre" und könnte, wenn er es wirklich wollte, die katholische Kirche konsequent zur "Kirche der Armen" umgestalten und reformieren und damit als guter Hirte zu neuen Ufern und zu einem neuen Aufbruch führen.

Doch Papst Franziskus ist ein Zauderer, der die notwendigen Entscheidungen in der Kirche gerne auf Kommissionen abwälzt. Wie heißt es richtigerweise in der Praxis: "Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis!" So hatte Franziskus unter anderem eine Kommission zur Reform der Römischen Kurie ins Leben gerufen, die seit über drei Jahren tagt und bisher noch keine Reformvorschläge vorlegen konnte. Und jetzt hat Papst Franziskus auch noch eine Kommission zwecks Prüfung der Zulassung von Frauen zum Diakonenamt eingerichtet.

Dabei ist die Sachlage doch eigentlich eindeutig. Frauen hatten in den frühen urchristlichen Gemeinden ganz bemerkenswerte Funktionen eingenommen, die einfach nicht wegzudiskutieren sind. Da wird z. B. eine Frau namens Phoebe gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus erwähnt, die als Diakonos (Diakonin) in der Gemeinde von Kenchräa in Griechenland wirkte. Ferner gab es die Junia, die als Apostolos (Apostelin) im Brief des Apostels Paulus an die Römer 16, 7 LUT namentlich mit Andronikus erwähnt wird. Dass es diese Frauen wirklich gegeben hat, dass sie verkündigend tätig waren, dass sie auch leitende Funktionen hatten, das ist Konsens in der theologischen Forschung und wird auch insbesondere von Prof. Dr. Hans Küng aus Tübingen, Konzilsberater beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65), so gesehen.

Warum also noch zögern und zaudern, lieber Papst Franziskus? Frauen können wir einfach nicht als gleichberechtigte, gleichwertige und gleichrangige Mitglieder dieser Kirche wegdiskutieren. Wer die Gottesmutter Maria als Heilige verehrt, der muss auch zwangsläufig die Frau als Diakonin und Priesterin akzeptieren. Dann kann vielleicht eines Tages der Vatikan auch zum "Muttikan" werden, oder?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Papst FranziskusAlois Sepp 2016-05-21 18:52
Vielleicht ist er auch nur etwas "vorsichtig" geworden. Bekanntlich ist ja schon mal ein Papst der etwas verändern wollte, auf undurchsichtige Art und Weise ums Leben gekommen.

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