KERNspaltung in Österreich (gedruckt) - QR Code Friendly
Berliner Zeitung vom 25.05.2016, laut genios.de, Weiteres nicht bekannt


Die Europäische Union (EU) ist einmal gegründet worden, um alte Feindschaften und die Feindbilder aus zwei Weltkriegen bzw. die Nationalstaaterei in Europa zu überwinden, damit dauerhaft Frieden in Europa herrsche.

Doch die EU als sog. Werte- und Solidargemeinschaft läuft derzeit Gefahr auseinander zu brechen. Großbritannien steht kurz vor dem Brexit und die EU droht wegen der zunehmenden Nationalstaaterei und der Euro- und Flüchtlingskrise verbotenerweise rechts überholt werden, was eine Signalwirkung auf die anderen EU-Mitgliedstaaten haben würde. Warum? Die AfD in Deutschland kommt in neuesten Umfragen mittlerweile auf 15% und in Österreich ist zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte ein Mitglied einer rechtspopulistischen Partei bei der Wahl zum Bundespräsidenten nur "arschknapp" gescheitert. Norbert Hofer von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) zieht nicht in die Wiener Hofburg ein, obwohl Österreich vor einer "(Christian) KERNspaltung" steht. Alexander Van der Bellen von den Grünen wird stattdessen neuer Bundespräsident, und Österreich konnte somit noch einmal eine Katastrophe verhindern.

Aber wer ist dieser Norbert Hofer? Er ist völkisch national ausgerichtet und ist gegen eine Islamisierung Österreichs und eine "Invasion" von Flüchtlingen. Er hat zwar im Gegensatz zu dem gebürtigen Österreicher Adolf Hitler noch alle Eier in der Hose, aber dafür hinkt er wie einst Reichspropagandaminister Dr. Joseph Göbbels. "Immer wieder Österreich - Bleib mei' Heimat du mei' Wien", heißt es in der FPÖ-Hymne. Oder doch: "Wollt Ihr das totale Österreich?"

Der sog. "Freiheitskämpfer" Hofer erinnert mich stark an den Bundespräsidenten (1986-92) und an das ehemalige SA-Mitglied Kurt Waldheim, der Zeit seines Lebens behauptete, nicht er, sondern nur sein Pferd wäre Mitglied der S turm A bteilung Hitlers gewesen. Doch die Gefahr für Österreich ist noch nicht vorbei. Bei der Nationalratswahl 2018 muss die Große Koalition aus SPÖ und ÖVP beweisen, dass sie aus der Bundespräsidentenwahl 2016 wirklich etwas gelernt hat.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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