Alimentationsprinzip für alle! (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Berliner Zeitung vom 13.06.2016 und Lausitzer Rundschau vom 15.06.2016, laut genios.de, Titel: "Himmelschreiende Ungleichbehandlung"



Warum gibt es in Deutschland so viel Altersarmut? Und warum gibt es bei den Beamten keine Altersarmut - aber bei den Arbeitern und Angestellten? Ganz einfach, die MINDEST-PENSION für Beamte beträgt laut Auskunft der GroKo-Bundesregierung Euro 1.588,47, die MINDEST-RENTE für Arbeiter und Angestellte aber nur Euro 790,00.

Womit wird diese himmelschreiende Ungleichbehandlung überhaupt gerechtfertigt? Mit sozialer Gerechtigkeit, die sich bekanntlich die SPD neuerdings wieder einmal zu unrecht auf die Fahne geschrieben hat? Oder sind Beamte generell doppelt so fleißig und gebildet wie Arbeiter und Angestellte?

Wohl kaum. Begründet werden diese gravierenden Unterschiede bei der Altersversorung allen Ernstes mit der sog. lebenslangen Alimentationspflicht des staatlichen Dienstherrn für seine Beamten nebst Familien. Aber warum gibt es dann noch nicht zwecks Bekämpfung der Altersarmut eine lebenslange Alimentationspflicht des staatlichen Dienstherrn und/oder des öffentlichen Arbeitgebers für seine Arbeiter und Angestellten nebst Familien, damit endlich Schluss ist mit der gewollten Ungleichbehandlung?

Ich höre die Politiker, welche sich selber mit hohen Pensionen nach nur wenigen Dienstjahren segnen, schon murren: "Diese Forderung ist unbezahlbar. Das können wir schon alleine wegen des demographischen Wandels nicht machen. Das kostet zu viel Arbeitsplätze."

Meine Fragen dazu: "Warum ist die Alimentationspflicht bei den Beamten bezahlbar und bei Arbeitern und Angestellten nicht? Sind etwa nur Arbeiter und Angestellte für den demographischen Wandel verantwortlich und Beamte dagegen nicht?"

Wenn die generelle Alimentationspflicht Arbeitsplätze kosten sollte, dann muss halt der Staat die Unternehmen an anderer Stelle dementsprechend entlasten. Jedenfalls muss die staatlich geförderte Ungleichbehandlung von Beamten, Arbeitern und Angestellten endlich aufhören, weil sie einfach ungerecht ist. Entweder werden die MINDEST-RENTEN an die MINDEST-PENSIONEN angepasst oder als Kompromissvorschlag auf ein einheitliches Niveau für alle gebracht: z. B. Euro 1.200,00.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# RE: Alimentationsprinzip für alle!Otfried Schrot 2016-06-11 18:08
Dann ersetzen wir die Begriffe "Beamter,Angestellter und Arbeiter" am besten durch den Einheitsbegriff "Bediensteter"und zahlen dem Verwalter öffentlicher Finanzen genau so viel wie dem Küchenhelfer,obwohl beide eine unterschiedliche Vorbildung für ihren Job benötigen.Über den Begriff "Gerechtigkeit"kann man bis zum Tage des Jüngsten Gerichtes ohne Ergebnis diskutieren.
# Mindest-Rente und Mindest-PensionRoland Klose 2016-06-12 06:36
Mindest-Rente und Mindest-Pension auf einem Niveau heißt nicht, dass der Finanzverwalter und der Küchenhelfer generell dasselbe gezahlt bekommen. Das gilt übrigens auch für den gesetzlichen Mindestlohn von z. B. Euro 8,50 pro Stunde. Das sind alles lediglich Untergrenzen, die vor Altersarmut und Lohndumping schützen sollen. Oder beziehen Sie etwa als ehemaliger Offizier eine Mindest-Pension? Sicher nicht.

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