Der Turmbau zu Brüssel - QR Code Friendly
Der alttestamentliche Turmbau zu Babel scheiterte an der wahnwitzigen Idee, einen Turm bis in den Himmel zu bauen. Spätestens seit Donald Trump und seinem "Trump-Tower" wissen wir, dass es doch funktionieren kann. Der Turmbau zu Babel konnte nicht verwirklicht werden, weil Uneinigkeit und eine Sprachverwirrung unter den Erbauern herrschte, die das Projekt unmöglich machten.
Deshalb vergleiche ich den Turmbau zu Babel mit der Vision, die Vereinigten Staaten von Europa aufbauen zu wollen. Die Flüchtlingskrise hat eindrucksvoll bewiesen, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten nicht eine Sprache sprechen, keine wirkliche Solidargemeinschaft sind und darüber hinaus recht unterschiedliche Ängste, Sicherheitsbedenken und kulturelle Vorstellungen und Vorurteile besitzen, die auf konkreten geschichtlichen Erfahrungen gründen. So kann die EU nicht dauerhaft existieren und überleben. Der Turmbau zu Brüssel droht einzustürzen. Der Brexit war der Anfang vom Ende.
Die Merkel-Tour durch die osteuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei ist daher ein Flop, weil sie die Zuweisung von Flüchtlingen per EU-Quote aus Brüssel einfach nicht akzeptieren wollen. Diese Länder lassen sich diesbezüglich auch nicht von der EU erpressen, nur weil sie mit insgesamt fast 24 Milliarden Euro pro Jahr die Nettoempfänger der EU sind.
Der Turmbau zu Brüssel wird wie der Turmbau zu Babel an dem Kontext seiner Verfehlungsgeschichte scheitern. So ist der Misserfolg des Turmbaus zu Babel in Zusammenhang mit dem Verlust des paradiesischen Urzustandes, dem ersten Sündenfall, Kains Brudermord, der Sintflut, der Entzweiung und der Zerstreuung zu sehen. Der Turmbau zu Brüssel kennt ähnliche geschichtliche Verfehlungen in Bezug auf die Flüchtlingskrise: Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisegebiete, Einmischung in Kriege im Nahen und Mittleren Osten, mangelhafte Bekämpfung der Fluchtursachen auf unserer Welt wie z. B. Hunger, Elend, soziale Ungerechtigkeit, Menschenrechtsverletzungen, politische Verfolgung, Krieg, Terror und Trauma.

Roland Klose, Bad Fredeburg

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