Bedford-Strohm: Deutschland braucht zwei zusätzliche gesetzliche Feiertage! - QR Code Friendly
Der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm fordert zwei zusätzliche gesetzliche Feiertage für Deutschland: den Buß- und Bettag und den Reformationstag.

Womit haben die evangelischen Christen diese zwei Feiertage verdient? In den vergangenen 25 Jahren hat die evangelische Kirche nämlich über 7 Millionen Mitglieder durch Kirchenaustritte und den demographischen Wandel verloren. Zahlreiche Kirchen wurden entwidmet, verkauft oder sogar abgerissen und die Wiedervereinigung der katholischen und der evangelischen Kirche ist seit Martin Luthers Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 nicht in Sicht.

Übrigens, der Buß- und Bettag wurde im Jahr 1994 zugunsten der 1995 von Norbert Blüm etablierten gesetzlichen Pflegeversicherung abgeschafft. Die Wiedereinführung des Feiertags würde daher die Pflege unserer Senioren unbezahlbar machen oder die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung explodieren lassen.

Der zusätzlich geforderte gesetzliche Feiertag, der an den Beginn der Reformation von Prof. Dr. Martin Luther (1483-1546) und an den Anschlag seiner 95 Thesen gegen Papst Leo X. (1513-21), alias Giovanni de` Medici, an die Schlosskirche zu Wittenberg erinnern soll, ist wegen der Lohnkosten auch nicht gerade realistisch. Im Gegenteil wäre für die Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus die Abschaffung eines weiteren gesetzlichen Feiertags zugunsten der gesetzlichen Rentenversicherung erforderlich. Hier würde sich meines Erachtens der katholische Feiertag Allerheiligen anbieten, der genauso wie der Totensonntag und der Volkstrauertag auf einen Sonntag verlegt werden könnte.

Einen zusätzlichen christlichen Feiertag in Deutschland halte ich persönlich nur dann für sinnvoll und notwendig, wenn es wirklich wider Erwarten eines Tages zur Wiedervereinigung der katholischen und evangelischen Kirche kommen sollte. Aber dafür müsste schon Ostern und Weihnachten wahrscheinlich auf einen Tag fallen.

Den Reformationstag generell zum gesetzlichen Feiertag zu machen, bedeutet Halloween in Deutschland endgültig zum Durchbruch zu verhelfen. Statt Martin Luthers Reformation gäbe es dann sicher vermehrt allerorts Süßes oder Saures, Horror-Clowns und nach keltischer und heidnischer Tradition sog. Samhainfeste. Das will uns Bedford-Strohm doch wohl nicht antun?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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