Weltuntergang am 30.11.2012 (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Westfalenpost und Westfälische Rundschau vom 23.11.2012, Seite 2, Titel: "Rettungsschirm für Klinik - Stadt soll St.-Georg-Krankenhaus kaufen
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Laut Langzeitkalender der MAYA ist am 21. Dezember 2012 Weltuntergang. Für die 150 Mitarbeiter des Bad Fredeburger St. Georg Krankenhauses und die Einwohner des Schieferstädtchens Bad Fredeburg im Hochsauerlandkreis ist der Weltuntergang bereits am 30.11.2012, weil dann das insolvente und alteingesessene Akutkrankenhaus für immer seine Pforten schließt. Der Heilige Ritter Georg, der als Schutzpatron in Gestalt einer lebensgroßen Statue weithin sichtbar am Krankenhaus angebracht ist und wacht, konnte dabei das unrühmliche Ende auch nicht verhindern. Sein Drachentöter-Schwert hat sich nun als Damoklesschwert erwiesen.

Aber war das Ende und der Untergang des St. Georg Krankenhauses Bad Fredeburg nicht doch zu verhindern? Ich meine ja. Der Reformator Martin Luther wurde diesbezüglich einmal gefragt, was er im Hinblick auf den nahen Weltuntergang tun würde. "Trotzdem noch ein Apfelbäumchen pflanzen", war seine Antwort. Genauso sehe ich das auch. Trotzdem das St. Georg Krankenhaus retten und es konzeptionell in ein "Multifunktionshaus" mit den Abteilungen Ganztags-Pflegeheim, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Schmerztherapie, Alterserkrankungen wie z. B. Demenz, Parkinson, Gerontopsychiatrie etc., Hospiz für Sterbebegleitung verwandeln. Damit gäbe es für ältere Menschen nämlich endlich ein Angebot und sog. Gesamtpaket von dem Eintreten in die erste Pflegestufe über die fachärztliche Behandlung, Operation und Therapie bis hin zur menschenwürdigen Sterbebegleitung unter einem gemeinsamen Dach - eben im "Multifunktionshaus".

Lohnt es sich nicht dafür einen Rettungsschirm für das St. Georg Krankenhaus und seine Mitarbeiter und Patienten aufzuspannen? Natürlich, aber hier ist die Politik vor Ort gefordert. Es helfen dabei auch keine Alibiveranstaltungen in Düsseldorf mit Gesundheitsministerin Barbara Steffens und auch keine Schuldzuweisungen an die Schmallenberger Bürger, das Krankenhaus nicht ausreichend frequentiert zu haben, jetzt muss im Interesse der Menschen endlich gehandelt werden. Die Stadt Schmallenberg muss das St. Georg Krankenhaus Bad Fredeburg kaufen und ihm so eine bessere Zukunft ermöglichen, damit das "Schmallenberg-Virus" des unproduktiven Handelns erfolgreich bekämpft und ausgerottet werden kann. Da nutzt es auch nichts, wenn sich Bürgermeister Halbe als Cervantes Don Quijote gefällt, der gemeinsam mit seinem treuen Diener, Sancho Panza (Ludwig Poggel), vergeblich versucht, gegen Windmühlen anzukämpfen. Von der tiefen Betroffenheit des Schmallenberger Bürgermeisters, Bernhard Halbe, und des Bezirksausschussvorsitzenden, Ludwig Poggel, können sich die Mitarbeiter und Patienten des Bad Fredeburger St. Georg-Krankenhauses nämlich nichts kaufen.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Alois Sepp 2012-11-23 07:20
Schreckgespenst "totsparen" und verfehlte Politik geht um. Leider wird immer nur nach Gewinnen und Parteitaktieren geschielt, die Menschen sind den Politikern meist egal, obwohl vor anstehenden Wahlen Anderes vorgegaukelt wird.
Wenn das gesamte Gesundheitssystem endlich einmal sachlich richtig durchforstet würde, wäre wieder mehr Geld für unsere Krankenhäuser vorhanden.

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