Hamburger Morgenpost vom 03.01.2017, laut genios.de, Titel: "Nafris? Rassendiskriminierung light"


Was wirft die GroKo den Populisten und Stammtischen in Deutschland vor? Richtig, Flüchtlinge generell als Gefährder zu stigmatisieren, nur weil einige von ihnen Terroranschläge und Straftaten begehen.

Und was macht die Kölner Polizei in der zweiten skandalösen Silvesternacht am Dom in Folge? Sie nennt die Zugewanderten aus Nordafrika pauschal "Nafris", kesselt rund 1.000 von ihnen in der Silvesternacht 2015 am Kölner Hauptbahnhof einfach ein und hindert sie damit an der Weiterreise zum Kölner Dom, weil sie unter dringendem Tatverdacht stehen sollen, mögliche Vergewaltiger, Drogendealer, Diebe, Räuber oder gar Terroristen zu sein.

Das mag in Istanbul oder Ankara normal sein, aber ein demokratischer Rechtsstaat wie Deutschland darf nicht so dermaßen überreagieren. Das "Racial profiling" der Kölner Polizei ist nichts Anderes als Rassendiskriminierung light. Populistische Parteien wie z. B. die AfD fühlen sich durch das Vorgehen der Kölner Polizei in ihren Ansichten sicher bestätigt. Wer afrikanisch oder arabisch aussehende Flüchtlinge generell als "Nafris" bezeichnet, der muss es auch hinnehmen, wenn Polizisten als "Bullen" beschimpft werden.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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